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Interview

„Es muss nicht immer gleich ein Blackout sein“

Der letzte großflächige Stromausfall in Österreich ist Jahrzehnte her.
Der letzte großflächige Stromausfall in Österreich ist Jahrzehnte her.Getty Images/iStockphoto
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Ohne Gas wird es auch bei der Stromversorgung eng, sagt Gerhard Christiner, Technikvorstand des Netzbetreibers APG. Von der Politik fühlt er sich mitunter „als Panikmacher abgetan“, wenn er warnt, dass der Energiewende eine ehrliche Planung fehle. Es sei vor allem ein Versäumnis, das das Land Jahr um Jahr Milliarden koste.

„Wir waren lange verwöhnt“, sagt Gerhard Christiner. „Es war gottgegeben, dass Strom aus der Steckdose kommt.“ Seit zehn Jahren ist der gebürtige Steirer als Technik-Vorstand der APG hauptverantwortlich dafür, dieses Versprechen einzulösen. Einfacher wird sein Job nicht: Der Umstieg auf die Erneuerbaren, der Ukrainekrieg, der drohende Gasboykott - all das bringe auch das Stromsystem an die Grenzen der Belastbarkeit. Die Tragweite hätten aber auch viele Verantwortliche in der Politik noch immer nicht verstanden, fürchtet er. Im Gespräch mit der „Presse“ verrät der Energie-Manager, ob ein Umstieg auf hundert Prozent Erneuerbare überhaupt machbar ist und wie er selbst für den Fall eines Blackouts vorsorgt.  

Krieg und drohender Gasmangel schüren wieder neue Ängste vor einem Blackout. Wie schützen Sie sich vor einem flächendeckenden Stromausfall?

Gerhard Christiner: Nicht in dem Ausmaß, wie man es erwarten würde, weil ich glaube, dass wir es verhindern können. Wann immer wir einen Blackout simulieren, zeigt sich, dass in maximal zwölf bis 24 Stunden alles wieder erledigt ist. Wir haben deshalb nur einen Vorrat an Wasser, Konserven und haltbarem Brot daheim. Damit kommt man ein, zwei Tage über die Runden. Europa und Österreich werden nicht zehn Tage ohne Strom dastehen – zumindest jetzt nicht.


Jetzt nicht, aber später schon?