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Morgenglosse

Venedig für alle, nur mit Ticket

Niedrigwasser in Venedig
Niedrigwasser in Venedigimago/Andrea Merola
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Touristen sollen ab dem Sommer verpflichtet werden, ihren Ausflug in die Altstadt vorab zu reservieren. Eine gute Idee!

Die Pandemie hat Venedig eine Verschnaufpause verschafft. Besucher berichteten während Corona begeistert von Ruhe auf dem Markusplatz, und was so manche Einheimische freute, ließ so manche Unternehmer um ihre Existenz bangen. Zu Ostern waren die Touristenmassen zurück in der italienischen Lagunenstadt. Diese rüstet sich nun gegen den wiedererstarkenden Massentourismus, der ihr voriges Jahr fast das Unesco-Etikett „Bedrohtes Welterbe“ verpasst hätte.

Touristen sollen ab dem Sommer verpflichtet werden, ihren Ausflug in die Altstadt vorab zu reservieren. Ab 2023 sollen Tagesbesucher dann ein Ticket kaufen müssen – für Gäste, die ein Hotel buchen, entfällt die Pflicht. Wer kein Geld in den Unterkünften, Restaurants und Cafés in der Stadt lässt, soll also künftig zahlen.

Eine gute Idee! Das Königreich Bhutan im Himalaja-Gebirge etwa kassiert schon lang bis zu 250 Dollar pro Tag von Touristen – Unterkunft und Verpflegung inklusive. Gratis die venezianische Altstadt genießen und zum Essen auf das Kreuzfahrtschiff zurückkehren – das wird es künftig nicht mehr spielen. Und das ist nur richtig so. Damit Venedig uns allen erhalten bleibt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.04.2022)