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Himmlisches Air-Diving: Ugo Rondinone lässt Abgüsse von Tänzerinnen und Tänzern von der Decke einer Kirche hängen.
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Highlights des Rahmenprogramms

Ein kleiner Führer rund um die Biennale

Die offizielle Biennale von Venedig haben wir beschrieben. Aber was sind die Highlights des Rahmenprogramms? Nicht verpassen sollte man Anselm Kiefer, Marlene Dumas im Palazzo Grassi – und Ukraine-Solidarität in mächtigen Hallen.

Wer sich nach Durchsicht der offiziellen Biennale – 90 Prozent der Künstler sind weiblich (oder genauer: nicht männlich) – Sorgen um das Patriarchat macht, darf sich im Rahmenprogramm entspannen. Die Galerien und Sammler, die dort Palazzi und Kirchen füllen, halten dem Gegenentwurf von Kuratorin Cecilia Alemani den Zerrspiegel vor: Es dominiert der gute alte Star-Künstler mit großer Geste. Manchmal durchaus beeindruckend.

1. Anselm Kiefer im Palazzo Ducale, San Marco

Wenn man fassungslos in der dunkel-prächtigen Sala dello Scrutinio steht, fragt man sich: Was möchte dieser Künstler eigentlich im Hier und Jetzt noch erreichen? Monumental ist kein Ausdruck mehr dafür, was Anselm Kiefer veranstaltet. Nach dem Pantheon und dem Grand Palais in Paris lässt der deutsche Maler seinen metaphysisch-symbolistischen Kosmos in den Dogenpalast strömen. Mit Wucht und Eleganz. Alle Wände sind materialschwer bedeckt. Eine Jakobsleiter führt ins Nichts. Dort öffnet sich ein Sarg, da hängen bleierne Schiffe, übermalte Kleider, verlorene Schuhe, Äste und verkohlte Bücher. Sie beziehen sich auf den Titel, der den christlichen Nihilisten Andrea Emo (1901–1983) zitiert: „Diese Schriften, sind sie verbrannt, werden schließlich ein wenig Licht geben.“ Muss man sehen, trotz Touristenschlange. Bis 29. 10., 9–18 Uhr.