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Unglück

Über 100 Tote bei Explosion an illegaler Öl-Raffinerie in Nigeria

Arbeitslosigkeit und Armut im ölproduzierenden Nigerdelta haben die illegale Erdölraffination zu einem attraktiven Geschäft mit tödlichen Folgen gemacht.

Bei einer Explosion in einem Depot einer illegalen Öl-Raffinerie in Nigeria sind nach offiziellen Angaben in der Nacht mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Die Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt, sagte der Öl-Kommissar des Bundesstaates Rivers, Goodluck Opiah, am Samstag. Ein Vertreter der Nichtregierungsorganisation Youths and Environmental Advocacy Centre (YEAC) bestätigte das Unglück.

Die Raffinerieanlage befand sich in der Ohaji-Egbema Local Government Area des Staates Imo im Abaezi-Wald, der an der Grenze zwischen den beiden Staaten liegt. Arbeitslosigkeit und Armut im ölproduzierenden Nigerdelta haben die illegale Erdölraffination zu einem attraktiven Geschäft mit tödlichen Folgen gemacht. Das Rohöl wird aus einem Netz von Pipelines abgezapft, die großen Ölgesellschaften gehören, und in behelfsmäßigen Tanks zu Produkten raffiniert. Der gefährliche Prozess hat zu zahlreichen tödlichen Unfällen geführt und eine Region verschmutzt, die bereits durch Ölverschmutzungen in Ackerland, Bächen und Lagunen gezeichnet ist.

Nach Angaben des Youth and Environmental Advocacy Centre verbrannten bei der Explosion mehrere Fahrzeuge, die in einer Warteschlange standen, um illegalen Treibstoff zu kaufen. In den vergangenen Wochen war der Gouverneur des Bundesstaates Rivers gegen illegale Raffinerien vorgegangen, um die zunehmende Luftverschmutzung zu verringern. "Der Gouverneur des Bundesstaates Rivers hat in letzter Zeit einen Vorstoß unternommen, um die illegale Raffination in Rivers zu unterbinden, so dass sie sich in die Randgebiete und Nachbarstaaten verlagern muss. In den vergangenen ein oder zwei Monaten gab es mehrere Razzien, und einige der beteiligten Sicherheitsbeamten wurden festgenommen", sagte Ledum Mitee, ehemaliger Vorsitzender der Bewegung für das Überleben des Ogoni-Volkes (MOSOP).

Bei einer Explosion und einem Brand in einer anderen illegalen Raffinerie im Bundesstaat Rivers wurden im Oktober mindestens 25 Menschen, darunter auch einige Kinder, getötet. m Februar erklärten die örtlichen Behörden, sie hätten eine Razzia eingeleitet, um der Raffination von gestohlenem Rohöl Einhalt zu gebieten, allerdings mit wenig Erfolg.

Regierungsbeamte schätzen, dass Nigeria, Afrikas größter Ölproduzent und -exporteur, durchschnittlich 200.000 Barrel Öl pro Tag - mehr als zehn Prozent der Produktion - durch das Anzapfen oder Beschädigen von Pipelines verliert.

Bombenangriff auf Bar

In einer Bar in der Ortschaft Nukkai im Teilstaat Tarabaim im Nordosten Nigerias sind am frühen Freitagabend durch einen Bombenangriff elf Menschen verletzt worden. "Der in einem Plastiksackerl versteckte Sprengsatz wurde von einer unbekannten Person während eines Stromausfalls in der Bar zurückgelassen", sagte ein Sprecher der Polizei am Samstag der Nachrichtenagentur AFP. Zehn Männer und eine Frau seien verletzt worden. Am Samstag bekannten sich Jihadisten zu dem Angriff.

"Die Soldaten des Kalifats haben einen Sprengsatz in einer Bar in Nukkai gezündet", erklärte die Gruppierung Islamischer Staat - Provinz Westafrika (ISWAP) im Online-Dienst Telegram. Am Dienstag waren nach Angaben der Polizei bereits bei einer Explosion in einer Bar in der nahe gelegenen Stadt Iware sechs Menschen getötet und 16 weitere verletzt. Auch hier bekannte sich ISWAP zu dem Angriff.

Sollte die Miliz tatsächlich dahinter stecken, wäre es das erste Mal, dass sie in Taraba auftritt. ISWAP konzentriert sich sonst üblicherweise auf die Region am Tschad-See. In Taraba und weiteren nördlichen Teilstaaten Nigerias sind hingegen seit Längerem kriminelle Banden aktiv, welche die Gegend vor allem aus finanziellen Motiven heraus mit Gewalt überziehen. Zuletzt hatte die Besorgnis über mögliche Verbindungen zwischen Dschihadisten und diesen sogenannten Banditen zugenommen.

 

(APA/AFP/Reuters)