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Kapitalmarkt

IWF warnt: Ukraine-Krieg gefährdet die Finanzstabilität

Traders on the floor of the NYSE in New York
REUTERS
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Laut IWF droht ein starker Rückgang der Börsenwerte. Notenbanken müssten entschieden handeln.

Washington/Berlin. Der russische Angriff auf die Ukraine stellt laut Internationalem Währungsfonds (IWF) eine Gefahr für die Finanzstabilität dar. Die Weltwirtschaft schwäche sich bereits ab, der Krieg werde nun die Stabilität der Kapitalmärkte testen, sagte IWF-Experte Tobias Adrian am Dienstag. Die größten Gefahren gebe es in Russland und der Ukraine, über Engpässe bei Rohstoffen und Lieferketten seien aber zahlreiche Staaten rund um den Globus betroffen.

Seit Jahresbeginn haben sich die Finanzierungsbedingungen in weiten Teilen der Welt deutlich verschärft, am stärksten in Osteuropa. Allerdings seien die Rahmenbedingungen in vielen Ländern noch immer in der Nähe ihrer langfristigen Durchschnittswerte.

Sollten sich der Krieg verschärfen und die Sanktionen eskalieren, könnte es laut IWF dazu kommen, dass Gefahren plötzlich neu bewertet würden. Zusammen mit den durch die Coronapandemie entstandenen Verwundbarkeiten löse dies dann womöglich einen starken Rückgang der Börsenwerte aus. „Obgleich sich das Finanzsystem gegenüber jüngsten Schocks als widerstandsfähig gezeigt hat, könnten künftige Schocks schädlicher sein“, hieß es in dem Bericht.

Laut IWF müssen die Notenbanken die sprunghaft gestiegene Inflation wieder unter Kontrolle bringen. Sie müssten entschieden handeln. „Zinserhöhungen werden womöglich stärker ausfallen müssen als bisher vom Markt eingepreist“, so Adrian. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass eine zu restriktive Geldpolitik die Wachstumsaussichten vieler Länder zusätzlich eintrüben könne. Das sei ein schwieriger Balanceakt.

Europa sei zunächst stärker durch den Krieg in Mitleidenschaft gezogen. Wegen der Erwartung weiterer US-Zinserhöhungen gebe es aber vor allem in Schwellenländern die Gefahr, dass Investoren abrupt Gelder abziehen.

(APA)