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Umwelt und Ernährung

Mit Essen aus dem Labor zu besserem Klima

Fleisch, Milch und Eier können auch aus Zellkulturen gezüchtet werden.
Fleisch, Milch und Eier können auch aus Zellkulturen gezüchtet werden.(c) Getty Images (Ian Forsyth)
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Vegan essen schont Klima und Umwelt. Lebensmittel aus dem Labor decken zusätzlich den Proteinbedarf. Die optimale Ernährung für Mensch und Natur.

Immer mehr Hitzetage und Tropennächte werden jährlich gezählt. Das sind jene Tage, an denen es mehr als dreißig Grad hat und jene Nächte, in denen die Temperatur auch nachts über zwanzig Grad liegt. Klimastatusberichte werden düsterer, der Drang etwas zu unternehmen bei vielen größer. Neben dem Umstieg auf erneuerbare Energien oder der Vermeidung von Müll ist auch die richtige Ernährung oft Thema. Letztere könnte man so weit optimieren, sodass sie Erwärmungspotenzial, Wasserverbrauch und Landnutzung um rund 80 Prozent verringern. Die Vitamin- und Nährstoffaufnahme soll nicht darunter leiden. Zu diesem Ergebnis kommt eine kürzlich im Magazin „Nature Food“ erschienene Studie, die optimale Ernährungsweisen ermittelt und mit europäischen Ernährungsgewohnheiten vergleicht.

Als optimal gilt in diesem Fall das Weglassen tierischer Produkte und deren Ersatz durch neuartige Lebensmittel - etwa jene aus dem Labor. Tierische Produkte umfassen neben Fleisch und Fisch auch tierische Fette, Milchprodukte und Meeresfrüchte, man spricht also von einer veganen Ernährungsweise. Zukunftslebensmittel sollen in puncto Nährstoffzufuhr - die in rein veganen Ernährungsweisen oft Thema sind - Abhilfe verschaffen. Milch aus Zellkulturen oder proteinreiche Produkte aus Insekten gelten hierbei als umweltbewusste Varianten.

Erde leidet unter Fleischproduktion

Über 80 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen gehen weltweit auf die Produktion tierischer Produkte zurück. Auch im Ranking der Treibhausgasemissionen ist die Viehzucht einer der Spitzenreiter. Eine Reduktion von tierischen Produkten - allem voran jener von Fleisch - wäre notwendig, wie schon zahlreiche Studien belegten. Stattdessen scheint der Konsum davon immer mehr zu steigen, in den 1970er-Jahren etwa wurde nur ein Drittel der heutigen Fleischmenge produziert. Was aber auch mehr wird, sind eben Lebensmittel aus dem Labor, die dank des Fortschritts bei neuartigen Lebensmittelproduktionstechnologien als Proteinquellen dienen können. Darunter Nahrungsmittel aus Insektenmehl oder aus Zellkulturen gezüchtetes Fleisch, Ei und Milch. Auch Algen und Mikroorganismen wie Bakterien oder Pilze können als Quelle dienen.

Neben dem sogenannten „future food“ sollten Hülsenfrüchten, Nüsse und Gemüse gegessen werden, wobei die Studie bei stärkehaltigem Wurzel- und Knollengemüse ebenfalls zur reduzierten Einnahme rät. Wer sich vegan ernährt, kann der Studie zufolge den Bedarf an bestimmten Nährstoffen - Vitamin D und B12 - ohne Nahrungsergänzungsmittel aber kaum decken. Als Lösung sieht die Studie entweder eine vegetarische Ernährung, die Eier und Milch in kleinen Mengen erlaubt, oder eine tierfreie, aber mit neuartigen Lebensmitteln durchzogene Ernährung. Beide Varianten haben einen weniger schädlichen Einfluss auf Umwelt und Natur, verglichen mit gewöhnlichen Ernährungsweisen in Europa. Die achtzigprozentige Reduktion von negativen Klimafolgen gilt in beiden Fällen.

(evdin)