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Wiener Ansichten

Freyung: Wo uns das Wiener Mittelalter zu Füßen liegt

Gruß aus Babenbergertagen: das vor Jahren bei Ausgabungen entdeckte Sandsteinpflaster . . .wf
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Nicht jedes Pflaster muss graniten sein: Was Innenstadt und Sieveringer Gspöttgraben verbindet.

Was schiene uns – zumal in sonst so schwankenden Zeiten – bedrohlicher, als den Boden unter den Füßen zu verlieren? Und doch, wie wenig achten wir, worauf wir Tag für Tag mit Füßen treten! Asphalt, Beton, Pflastersteine, was immer es sei, das uns in Straßen, Gassen und auf Plätzen trägt, kaum je nehmen wir Notiz davon, so sich uns kein Hindernis in den Weg legt; da braucht's dann schon einen nachdrücklichen Hinweis, dass sich unsere Aufmerksamkeit ausnahmsweise dem physischen Grund zuwendet, auf dem wir uns leibhaftig bewegen.

So verdanke ich den „Wiener Naturgeschichten“, die Thomas Hofmann und Mathias Harzhauser für Vandenhoeck & Ruprecht aufgezeichnet haben, die nicht eben rühmliche Einsicht, jahrelang über ein Stück bestes Mittelalter mitten in Wien gelatscht zu sein, ohne seiner Bedeutung auch nur im Mindesten gewahr zu werden: gut zwei Dutzend Quadratmeter Sandsteinpflaster nämlich, welche die Zeit der Babenberger auf der Freyung hinterlassen hat. Vor Jahren hier bei Ausgrabungsarbeiten entdeckt, fristen sie, eingelassen in die granitene Glätte der Gegenwart, ein neues Pflasterleben, in vollkommen authentischer Holprigkeit zwar, doch kaum je als historisches Dokument wahrgenommen, vielmehr, wenn überhaupt, als Ergebnis mutmaßlicher Pflastererwillkür.