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Donaufestival

„Hip-Hop ist die perfekte Kultur der Aneignung“

Thomas Edlinger, geboren 1967 in Wien, ist einer der Gestalter der FM4-Sendung „Im Sumpf“. Seit 2017 ist er Intendant des Donaufestivals, das am Freitag beginnt.
Thomas Edlinger, geboren 1967 in Wien, ist einer der Gestalter der FM4-Sendung „Im Sumpf“. Seit 2017 ist er Intendant des Donaufestivals, das am Freitag beginnt.(c) Caio Kauffmann
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„Stealing The Stolen“ ist heuer das Motto in Krems. Intendant Thomas Edlinger erklärt, was er damit meint, wieso die Identität nie vollständig ist und warum er auch ein „Kriegsspiel“ präsentiert.

Die Presse: Es geht beim Festival heuer um kulturelle Aneignung. Wie nähern Sie sich dem derzeit viel debattierten Thema?

Thomas Edlinger: Mir ist aufgefallen, dass die Diskussion unbefriedigend ist, weil sie oft auf Ächtung und Verbot abzielt. Nun darf man ja alles kritisieren, aber die prinzipielle Freiheit der Kunst darf nicht infrage gestellt werden. Da setzen wir an. Es wird gern negiert, dass es ein Bedürfnis nach Formen der Aneignung gibt, besonders in der Musik, etwa im Hip-Hop. Also haben wir überlegt, welche Formen von Aneignung bzw. Wiederaneignung für unser Festival infrage kommen.

Im Hip-Hop gehört das Sampling zum Geschäftsmodell. Gibt es darüber hinaus einen kulturellen Mehrwert?

Ja, auf jeden Fall. Der Hip-Hop ist ja die perfekte Kultur der Aneignung. Interessant ist, auf welch vielfältige Art er dies gemacht hat. Public Enemy etwa haben mit ihren Samples aus Soul und Funk zwar die afroamerikanische Musikgeschichte geplündert, dafür aber eine ganz neue afroamerikanische Geschichte erzählt. Das sollte man bedenken.

Es gibt ja derzeit wieder viele neue Impulse aus Afrika in der Popmusik.