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Berlin-Briefing

Sie liefern Panzer, sie liefern nicht, sie liefern Panzer,…

Olaf Scholz macht seine Politik gerne ohne groß zu erklären.(c) REUTERS (MICHELE TANTUSSI)
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Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz hat ein Kommunikationsproblem. Es überschattet den erstaunlichsten geopolitischen Schwenk seit der Wende. Das schadet am Ende nicht nur ihm.

Es gibt eine Deutung der vergangenen Wochen, in der Olaf Scholz wie jemand wirken könnte, der das alles so vorausgesehen hat. In ihr ist der Bundeskanzler der Mann, der in Europa das Steuer herumriss. Der unter dem Schock des russischen Angriffskrieges sagte: Schluss mit dem Heraushalten, wir liefern Waffen!

Der Führung übernahm, woraufhin auch die anderen Europäer umschwenkten. Der vorsichtig danach überlegte, wie weit er gehen kann, ohne sich in den Krieg ziehen zu lassen. Der schließlich mit seinen westlichen Verbündeten übereinkam: Schluss mit dem Zaudern! Wir liefern auch Panzer!

Das ist die Welt, wie Olaf Scholz sie sieht. In ihr ist er ein Mann der Tat, umsichtig und vorausschauend steuert er das mächtigste Land Europas durch unsichere Zeiten. So beschreibt er sich in den Interviews, die er gibt, zuletzt im Spiegel. Das Problem: Er ist der einzige, der das so sieht. Dadurch verdeckt er einen erstaunlichen geopolitischen Schwenk, der tatsächlich stattgefunden hat.