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Investieren bei Rekordinflation und Rezessionsängsten

Wilhelm Celeda, Vorstandsvorsitzender Kathrein Privatbank
Wilhelm Celeda, Vorstandsvorsitzender Kathrein Privatbank(c) beigestellt
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Expertenkommentar. Investoren haben es nicht leicht in diesen Tagen. Die Stimmung der Anleger war aufgrund der Aussicht auf Zinserhöhungen, das Zurückfahren der Anleihenkäufe durch die Notenbanken und die Rekordinflation bereits negativ.

Der Krieg in der Ukraine hat die Inflation weiter verschärft und schürt Rezessionsängste. Wie wird es 2022 weitergehen? Betrachten wir zunächst das Thema einer möglichen Rezession. Von Bloomberg befragte Analysten schätzen das Rezessionsrisiko binnen 1 Jahres für die Eurozone auf 25 % und für die USA auf 20 %. Sollten die russischen Gaslieferungen nach Europa aber unterbrochen werden (entweder durch Ausweitung der Sanktionen, russische Gegensanktionen oder der Zerstörung von Pipelineinfrastruktur), wäre die Wahrscheinlichkeit einer Rezession in Europa schlagartig höher.

Die USA sind hingegen nicht auf russische Energielieferungen angewiesen und könnten daher auch in diesem Szenario weiter ein positives Wirtschaftswachstum aufweisen. Wir gehen von einem Rückgang des Wirtschaftswachstums, aber nicht von einer Rezession aus. Dafür sprechen auch die zuletzt veröffentlichten positiven Daten der Einkaufsmanagerindizes. Blicken wir auf die Inflation. Diese bleibt vorerst das größte Sorgenkind und wird besonders im Energie- und Nahrungsmittelsektor durch den Krieg weiter angetrieben. In Europa und in den USA spielten die beiden großen Notenbanken bis vor kurzem auf Zeit. Die Fed hat am 16.3. den ersten Zinsschritt getan und wird bis Jahresende noch mehrere Schritte mit 0,25 % oder sogar 0,5 % folgen lassen. Die EZB hat sich hier lange abwartend gezeigt, wird aber voraussichtlich dieses Jahr noch zwei Schritte mit jeweils 0,25 % setzen. Experten gehen davon aus, dass die Inflation erst gegen Ende 2023 zurückgehen und sich auf ein höheres Niveau von bis zu 3 % einpendeln wird.

Welche Faktoren sollte man als Investor im Auge behalten?

Die Zinserhöhungen lassen die Renditen der Anleihen steigen,
allerdings ist man bei anhaltender Inflation immer noch weit entfernt von positiven Erträgen bei den meisten Anleihenkategorien. Als sicherer Hafen haben Staatsanleihen jedoch in Portfolien immer noch eine Daseinsberechtigung. Wichtig ist dabei, auf kurze Laufzeiten zu achten. Wir sehen nach wie vor Staatsanleihen der Wachstumsländer in Lokalwährung - primär auf Grund der attraktiven Bewertung der Währungen - als sinnvolle Beimischung. Diese Anleihen weisen auch teils deutlich höhere Renditen auf. Inflationsgelinkte US-Dollar-Staatsanleihen in EUR abgesichert sind für uns aufgrund der höheren Inflationsraten
in den USA ein attraktiver Baustein in der Anleihenallokation.

Gold ist ein wertvoller Diversifikator in Krisenzeiten, aber nur bedingt eine Absicherung gegen Inflation. Auch wenn eine Rezession nicht das wahrscheinlichste Szenario darstellt, ist sie nicht ausgeschlossen. Wir setzen in diesem Umfeld auf eine defensive Positionierung und auf eine Übergewichtung des Value- Sektors, da die Bewertungslücke gegenüber dem Growth- Segment extrem ist und die Zinserhöhung den Value-Sektoren zugutekommt. Innerhalb der USA sind die folgenden Sektoren attraktiv: Finanzdienstleistungen, IT und Energie. In Europa favorisieren
wir Rohstoffwerte und Basiskonsum.

Mehr unter: www.kathrein.at

Disclaimer: Diese Information stellt die Meinung der Kathrein Privatbank zur Marktentwicklung und zur Wertentwicklung von Produkten dar und beinhaltet keine Anlageempfehlung. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung einer Veranlagung zu.

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