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Gastkommentar

Die Illusion vom Ende großer Kriege

Der Krieg in der Ukraine beendet auch den Traum einer internationalen Ordnung, deren Fortschritt als unvermeidbar galt.

Jodok Troy (*1982 in Bregenz) ist Assistenzprofessor am Institut für Politikwissenschaft der Universität Innsbruck. Er war u. a. Gastwissenschaftler an der Georgetown University in Washington D.C. und am Swedish National Defence College.

Die Vorstellung von Geschichte als Erleuchtung und Verbesserung der Menschheit hat den Blick darauf verstellt, dass politische Interessen selten bis nie harmonisch sind. Illusionen der „normativen Macht“ EU oder der Globalisierungsgewinner ließen andere Entwicklungen und Wahrnehmungen über den Lauf der Geschichte als Randnotiz im scheinbar unvermeidbaren Fortschritt erscheinen.

Internationale Ordnung

Die Vorstellung von Fortschritt zeigt sich in der liberalen oder regelbasierten internationalen Ordnung. Völkerrecht und Diplomatie sollen bestimmen und den Einsatz von Gewalt beschränken. Gewiss hat diese Ordnung für Stabilität gesorgt. Aber sie ist eine, die die Welt vom Zentrum aus wahrnimmt. Daher konnte und wollte diese Ordnung Großmächte nie einschränken. Deren Fähigkeit, Regeln zu ignorieren, ist Teil des Systems.