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Literatur

Peter Handke: Ein Vorsinner, ein Nachspinner

Grüße aus Groß-Paris: An diesem Donnerstag ist ein weiteres Werk von Peter Handke erschienen. Darin finden sich lauter kleine Welt-Betrachtungen.
Grüße aus Groß-Paris: An diesem Donnerstag ist ein weiteres Werk von Peter Handke erschienen. Darin finden sich lauter kleine Welt-Betrachtungen.(c) Reuters
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Österreichs Nobelpreisträger hat wieder ein Journal vorgelegt. „Innere Dialoge an den Rändern“ sind Notate aus den vergangenen sechs Jahren, voller Sprachspiele und Reflexionen zum eigenen Werk, auf Du und Du mit ganz Großen.

Ist der Mann denn unter die Sterndeuter-Dichterdenker gegangen? Dieser Eindruck könnte bei der Lektüre von Peter Handkes „Innere Dialoge an den Rändern“ entstehen, die soeben erschienen sind, nicht bei Suhrkamp in Deutschland, sondern im feinen Salzburger Verlag Jung und Jung. Da tauchen mittendrin Sätze auf wie „Nichts scheint Sie heute niederzuschmettern“, oder auch „Elemente des letzten Moments könnten Ihren Plan in Gefahr bringen“.

Öfters wird solchen Prophezeiungen ein Nachsatz angefügt: „(Horoskop)“. Diese Quellenangabe lässt darauf schließen, dass Handke hier nicht nur primär Autor, sondern sekundär Sammler und Leser, vielleicht sogar von Zeitungen (!), ist – auch das eine Art Kreativität. Er schöpft aus anderen und eigenen Schriften, aus anderen und eigenen Beobachtungen. Dabei findet er, mag er auch nicht an die Macht der Sterne glauben, häufig eine ungewöhnliche Wendung, ein (un)gebräuchliches Wort. Dieses Buch ist eine Übung in Sprachspielen in der Tradition des Philosophen Wittgenstein. Hier spricht ein Mensch in seinem Widerspruch: „Ich will nicht mehr lesen, ich will endlich zu was Eigenem kommen. – Ohne Lesen wirst du nie zu was Eigenem kommen.“