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Tatendrang

Worauf es im Job ankommt

Das Klima unter den Kollegen sei entscheidend für die Jobwahl
Das Klima unter den Kollegen sei entscheidend für die JobwahlPexels
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Bei der Jobwahl ginge es Millennials nicht mehr vorrangig um das Einkommen, sondern um das Klima zwischen den Kollegen. Langfristig motiviert bleiben jene, die bei der Zielerreichung und den persönlichen Aufstiegschancen vom Vorgesetzten unterstützt werden.

Berufseinsteiger stehen vor großen Fragen: Welcher Arbeitgeber erfüllt die Ansprüche, bietet Chancen zur Weiterentwicklung und erkennt persönliche Stärken? Themen rund um die Unternehmenskultur, das Arbeitsklima und flexible Arbeitsstrukturen werden, gemäß einer aktuellen Studie von EY in Kooperation mit der Leadership Plattform the female factor, für Jobsuchende immer wichtiger.

Für viele Arbeitnehmer herrscht Aufbruchsstimmung: Knapp die Hälfte der 18- bis 40-Jährigen könnte sich vorstellen, den Job zu wechseln und wären offen für einen neuen Arbeitgeber. 14 Prozent suchen bereits aktiv nach einer neuen Stelle. Frauen würden derzeit häufiger nach einem neuen Job Ausschau halten als Männer. Der meistgenannte Grund für einen angestrebten Jobwechsel wäre ein schlechtes Arbeitsklima ex aequo mit unzureichender Bezahlung (jeweils 20 Prozent). Jeder neunte Befragte würde sich überfordert fühlen, zu hohen Arbeitsdruck verspüren oder gar einen Konflikt mit dem Vorgesetzten als Kündigungsgrund angeben. 

„Firmen sind gut beraten, auf die individuelle Situation und die Wünsche der Arbeitnehmer einzugehen und Flexibilität bei Entwicklungs-möglichkeiten, dem Arbeitsort und der Vereinbarkeit mit dem Privatleben zu bieten“

Rosemarie König, Leiterin des EY Women’s Network Next Gen

Oberstes Kriterium bei der Wahl eines neuen Arbeitgebers sei aber nicht das Gehalt, sondern das Arbeitsklima. Zweitwichtigster Faktor sei die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben, an dritter Stelle folgt das Gehalt, das für mehr als jeden Zweiten entscheidend ist. An vierter Stelle reihe sich die Priorität interessanter Aufgaben ein, danach das Sammeln von Berufserfahrung und Flexibilität. 

Individuelles hat Vorrang, Gemeinsames motiviert

Zentraler Wunsch an Vorgesetzte sei die Fähigkeit, Potenziale zu erkennen und zu fördern. Fast jeder Dritte erwartet sich vom Arbeitgeber die Entwicklung von Strategien zur Zielerreichung und die Fähigkeit, Konflikte zu erkennen und zu lösen. Frauen wünschen sich viel häufiger die Fähigkeit zur Potenzialerkennung (62 Prozent) als Männer (39 Prozent) – Männer umgekehrt häufiger die Fähigkeiten zur Erkennung und Lösung von Konflikten. Um beim Arbeitgeber motiviert zu bleiben, wünscht sich jede vierte Frau Mentoring-Möglichkeiten und mehr Diversität auf Führungsebene.

„Gerade jüngere Berufstätige wollen sich heute häufiger ausprobieren. Daher sind Firmen gut beraten, auf die individuelle Situation und die Wünsche der Arbeitnehmer einzugehen und Flexibilität bei Entwicklungsmöglichkeiten, dem Arbeitsort und der Vereinbarkeit mit dem Privatleben zu bieten“, sagt Rosemarie König, Leiterin des EY Women’s Network Next Gen und Mentorin bei the female factor.

Das Arbeitsklima sei auch bei Frauen und Männern mit Kinderbetreuungspflichten das wichtigste Kriterium, gefolgt von der Vereinbarkeit mit der Kinderbetreuung, der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben und dem Gehalt.

Frauen wollen führen

Geht es um den Karriereplan wären vor allem Frauen auf höhere Funktionen aus: Ein gutes Drittel der befragten Frauen, die sich aktuell in einem Beschäftigungsverhältnis befinden, strebt innerhalb der nächsten fünf Jahre eine höhere Funktion beim aktuellen Arbeitgeber an. 30 Prozent der Frauen geben an, dies in den kommenden fünf Jahren mit einem Wechsel des Arbeitgebers erreichen zu wollen. Bei den Männern sind es nur 14 Prozent.

„In unserer Studie wünscht sich jede zweite Frau einen beruflichen Aufstieg und eine höhere Position in den nächsten fünf Jahren. Das ist ein immenses Potenzial an Talenten, die von Unternehmen anerkannt und in den Führungsgremien zugelassen werden muss“, sagt Mahdis Gharaei, Co-Founder und Co-CEO von the female factor.

Um diese Karrierepläne zu erreichen, wären vor allem interne und externe Mentoring-Programme hilfreich. Auch, um das eigene Netzwerk zu vergrößern. (red/est)