Energie

Rubel für Gas? OMV sucht nach Lösung

Als Lösung wurde auserkoren, dass die Gazprombank als „Wechselstube“ zwischengeschaltet werden soll.
Als Lösung wurde auserkoren, dass die Gazprombank als „Wechselstube“ zwischengeschaltet werden soll.(c) REUTERS (MAXIM SHEMETOV)
  • Drucken

Der Kreml verlangt Rubel, die EU erlaubt Zahlungen für Gas aber nur in Euro. In einem Monat entscheidet sich, ob Österreich sanktionskonform zahlen kann.

Wien. Zahlt Österreich für sein Gas künftig in Rubel? Wie berichtet sorgte am Mittwoch eine entsprechende Meldung der russischen Nachrichtenagentur Tass für Aufregung, die von Bundeskanzler Karl Nehammer jedoch zurückgewiesen wurde. Das hinderte EVP-Chef Donald Tusk nicht daran, den Vorwurf kurz danach zu wiederholen. Und die „Financial Times“ berichtete am Donnerstag, dass die OMV neben der deutschen Uniper bei der Schweizer Gazprombank ein Rubelkonto einrichten wolle. Auf Anfrage heißt es bei der OMV dazu nur: „Wir arbeiten an einer sanktionskonformen Lösung.“

Was stimmt nun also? Klar ist, dass Russlands Präsident, Wladimir Putin, Ende März ein Dekret unterzeichnet hat, laut dem Gas künftig in Rubel zu zahlen ist. Damit will er unter anderem die Sanktionen gegen die russische Zentralbank unterlaufen. Die EU-Staaten haben im Gegenzug jedoch erklärt, dieser Forderung nicht nachkommen zu wollen und weiterhin in Euro zu zahlen.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren

Die Länder rund um das Mittelmeer und in Westafrika sollen zu großen Gaslieferanten für Europa aufsteigen.
Analyse

Wo Europa künftig sein Gas kaufen will

Vor allem die USA und Afrika sollen der EU helfen, den Abschied vom größten Energielieferanten Russland durchzuziehen. Die Neuorientierung des Kontinents lässt auch bereits totgesagte Projekte wieder aufleben.
20211003 Press conference concerning the eco-social tax reform VIENNA, AUSTRIA - OCTOBER 3: Minister for infrastructure
Urschitz meint

Womit haben wir diese Politik verdient?

In der Gaskrise zeigt die Regierung aufreizende Hilflosigkeit.
20 Prozent des Gasverbrauchs in Österreich kommen von  privaten Haushalten.

Gas-Stop: Ist Österreich für den Ernstfall vorbereitet?

Nach dem Lieferstopp von russischem Erdgas an Polen und Bulgarien ist Carola Millgramm, Gasexpertin bei der E-Control, im Podcast zu Gast. Sie erklärt, wie viel Gasreserven wir im Notfall haben, wieso Österreich so besonders abhängig vom russischen Erdgas ist und wieso sie seit Ausbruch des Ukrainekriegs nicht besonders gut schläft.
Auch Windkraftwerke könnten in Europa künftig noch eine größere Rolle spielen.
Leitartikel

Der Tag, an dem Wladimir Putin zu Europas Klimaschützer Nr. 1 wurde

Mit dem Gaslieferstopp erreicht der Kreml-Chef neuerlich das Gegenteil dessen, was er will. Er stößt Europa weiter weg von sich – und in Richtung Erneuerbare.
Gas-Lieferstopp

Warum Russland zwei EU-Mitgliedern die Gaslieferungen abdreht

Ohne Rubel kein Gas: Schon länger droht Russland, Gaslieferungen einzustellen, wenn der Rohstoff nicht in Rubel bezahlt wird. Am Mittwoch ließ Moskau seinen Worten Taten folgen - und stoppte Lieferungen nach Bulgarien und Polen. Was bedeutet das für Österreich?

Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.