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Lokalkritik

Testessen im Promise

Vom Vorgängerlokal ist nichts mehr zu sehen.Restaurant Promise
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Gegenüber Schuberts Geburtshaus herrschen große Ambitionen mit Hang zur Dekoration: das Promise.

Biene Maja und Benjamin Blümchen gibt es an der Adresse Nussdorferstraße 39 nicht mehr. Die Speisekarte des Hexer’s Stüberls in Wien Alsergrund, auf der sich artgerechte Kinderspeisen wie Schnitzel mit Pommes und Würstel mit Pommes fanden, wurde abgelöst von der weitaus ambitionierteren des Restaurants Promise. Der Name soll sich auf ein Versprechen gegenüber der Mutter der Inhaberfamilie Bojku beziehen.

Bobby Bojku war einst Restaurantleiter in den Steirerstuben. Von dort kennt er Sasa Golijanin, zu dessen Rekrutierung man in Personalmangelzeiten wie diesen herzlich gratulieren darf – er agiert im Service ausnehmend freundlich und zugewandt. Hier, gegenüber Schuberts Geburtshaus, blieb kein Stein auf dem anderen, das Ecklokal wurde ausgehöhlt und außen wie innen komplett umgestaltet, was der Anrainerschaft dem Vernehmen nach nicht unangenehm ist.

Gadgets auf dem Teller

In der Küche steht der junge Michael Luchici, der zuvor unter anderem in der Blauen Gans in Salzburg gearbeitet hat. Ob alle seine Dekoelemente bleiben werden, wenn das Promise dereinst in voller Auslastung dahinsegelt, wird man sehen; in den Anfangswochen, die das Lokal bewusst ohne PR-Agentur und andere (für ein neues Team ohnehin nicht automatisch hilfreiche) Werbung schaukelt, ist offenbar noch genügend Zeit für knallrot gefärbte Teiggitter und ähnliche Gadgets. Luchicis Karte listet eine Mischung aus Wiener Klassikern wie einer Fleischstrudelsuppe (die Suppe bei Tisch weißbehandschuht aus einer Teekanne eingegossen) und Backhendl sowie kreativeren Gerichten.

Die leichte Schafkäsemousse lebt von mannigfaltigen Paradeiserzubereitungen als Begleitung, etwa sauer eingelegt oder als zart süße Creme, dazu kommt ein Basilikumöl – ein gekonnter, appetitanregender Start. Ob sich die Lachsforelle unter ihrer Magentarübenschminke so wohlfühlt, sei dahingestellt, sie hat sich jedenfalls mit barocken Perücken aus verschiedenfarbigen Rüben herausgeputzt (16 Euro).

Gebeizte Lachsforelle mit dreierlei Rüben und SenfPromise

Die Krautfleckerl entpuppen sich als große Teigblätter, mit Paprikakraut, köstlicher Röstpaprikacreme und Bröseltopfen locker geschichtet – eine gelungene Variante (12 Euro). Würzige gebratene Kräuterseitlinge mit bunten Karfiolbauteilen dienen dem veganen Publikum als üppiger „Fleischgang“, wer sich aber zu den Karnivoren zählt, bestelle die kleinen flaumigen Dampfgermknödel mit Grammelfüllung (16 Euro): eine originelle Idee, die in zweifacher Hinsicht tatsächlich aufgeht.

Promise

Nussdorferstraße 39, 1090 Wien, Tel.: +43/(0)1/3104410, Restaurant: Mo-Sa 17-23 Uhr.