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Unglück

Pilot stirbt bei Flugzeugabsturz in den Bodensee

Blick auf Altenrhein und den Flughafen dort im Vordergrund; gleich dahinter das Vorarlberger Rheintal.Ailura/CC BY-SA 3.0 AT
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Sein Kleinflugzeug fiel bald nach dem Start von Altenrhein (Schweiz) in den See. Der 72-jährige Pilot aus der Schweiz hatte zuvor noch technische Probleme gemeldet.

Wie die Polizei des Schweizer Kantons Sankt Gallen berichtete, ist heute am frühen Nachmittag gegen 14.30 Uhr ein Flugzeug kurz nach dem Start vom Flughafen Altenrhein in den Bodensee gestürzt. Die Rettungsorganisationen standen im Großeinsatz. Es handelte sich um ein Kleinflugzeug. Der Pilot, ein 72-jähriger Schweizer, hatte laut „Sankt Galler Tagblatt" noch Probleme gemeldet und wollte wieder landen. Auf einem Bild sah man, dass die Absturzstelle nur etwa 50 Meter vom Ufer entfernt und in der Nähe eines Gastlokals war; wegen des niedrigen Wasserstandes konnten Retter auch zu Fuß zu dem Wrack waten.

Gegen 18 Uhr wurde vermeldet, dass der Mann tot sei. Hinweise auf andere Insassen in seinem Flugzeug gab es nicht, ebensowenig wie Vermutungen zur Unfallursache.

Altenrhein liegt hart an der Grenze zu Vorarlberg bei Gaißau, es gibt von dort unter anderem auch eine tägliche Flugverbindung nach Wien.

Zuletzt stürzte im Februar 2021 ein Kleinflugzeug vor Altenrhein bzw. der angrenzenden Ortschaft Staad in den See, damals beim Landeanflug. Der Pilot, ein 70-jähriger Deutscher, kam mit dem Leben davon.

Österreichischer Minister, deutsche Waffenschieber...

Der Spiegel des Bodensees, wo es noch auf der deutschen Seite bei Friedrichshafen einen größeren Flughafen gibt sowie ein kleineres Flugfeld bei Konstanz, ist schon mehrfach zum Schauplatz von Flugzeugabstürzen geworden. Im Februar 1989 krachte eine zweimotorige Maschine der damaligen Gesellschaft „Rheintalflug" von Wien kommend beim Landeanflug auf Altenrhein in den See. Alle elf Insassen starben - darunter der österreichische Sozialminister Alfred Dallinger (SPÖ) und Brigitte Seewald, die Pilotin und Frau des Firmengründers. Das Wrack sank auf 76 Meter Tiefe und wurde eine Woche später geborgen.

Besondere Gerüchte gab es Anfang 1994 nach dem Absturz einer aus Prag kommenden Cessna 425 im Jänner in den See, ebenfalls beim Anflug auf Altenrhein. Sie sank auf fast 160 Meter und wurde im Februar geborgen. An Bord waren fünf Personen: neben dem Piloten ein umtriebiger, halbseidener Berliner Geschäftsmann mit Aktivitäten im Waffenhandel, ein ehemaliger Chef des Turn- und Sportverbandes der DDR mit ähnlichen Verstrickungen, zwei Bardamen und ein Hund. Ziel war eigentlich Paris, in Altenrhein wollte man einen Halt machen.

Das Flugzeug verschwand kurz vor der Landung vom Radar und konnte wegen schlechten Wetters erst nach einer Woche geortet werden. Allerdings waren der Pilot, eine der Frauen und der Hund aus dem Wrack verschwunden; sie hätten laut den Behörden im kalten Wasser auch keine Überlebenschancen gehabt. Die Landeklappen waren noch eingefahren, was kurz vor der Landung oder einer geplanten Notwasserung sehr unüblich ist. Der Geschäftsmann und der Ex-Sportfunktionär waren schon länger unter Polizeibeobachtung gestanden, in dubiose Geschäfte mit Waffenhändlern im Baltikum und Liechtenstein verwickelt, pflegten verdächtige Kontakte etwa nach Frankreich und China. Aus gewissen Gründen wurde vermutet, im Flugzeug sei radioaktives Material befördert worden, wofür sich dann aber keine Beweise fanden.

>>> Link zum St. Galler Tagblatt samt Fotos und Videos vom Schauplatz