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Kunsthalle Krems

Diese Malerin ließ den Abstrakten Expressionismus fliegen

Die New Yorker Künstlerin Helen Frankenthaler (1928–2011) ist in Europa wenig bekannt. Zu wenig. Dabei hat sie vieles vorbereitet, was auch in Österreichs Malerei zum Teil bis heute passiert. Eine sehr fein gedachte Ausstellung in Krems.

Wahnsinnig jung und schön war dieses Mädchen, das, wohlbehütet einem Vermonter Frauen-Kunstcollege entsprungen, sich anschickte, die New Yorker Kunstszene der Nachkriegszeit für sich zu gewinnen. Mit Leib und Seele – nur so überhaupt denkbar – begann sie zu betreiben, was ihr ein Unvermeidliches war, die Malerei. 1948 war das, Helen Frankenthaler, aus reicher jüdischer Familie stammend, gerade einmal 20. Drei Jahre später schien sie schon in der Gründungsausstellung des Abstrakten Expressionismus auf, als eine von nur gut zehn Frauen unter 72 Künstlern in der „9th Street Show“ im Erdgeschoß eines heruntergekommenen Hauses.

William de Kooning, Jackson Pollock, Philip Guston, alle waren sie dabei, genau wie eben Joan Mitchell, Lee Krasner und Frankenthaler. Diese Malerinnen wurden gefeiert, hatten ähnlich schnellen Erfolg, waren alles andere als Opfer, dagegen hätten sie sich heftig verwehrt. Dennoch führte der Erfolg des Abstrakten Expressionismus auf dem bürgerlichen Kunstmarkt über die Jahrzehnte zum geläufigen Ergebnis – die Frauen, für die eine Entscheidung für ein Künstlerleben damals eine völlig andere war als für Männer, wurden an den Rand gedrängt. Bis sie ab 2000 wiederentdeckt werden.