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Mit richtigem Mindset zum Erfolg

Berufswahl? Sei wertschätzend

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Inspiration für Millennials #101. Mit Young Science-Botschafter Gerhard Furtmüller die eigene Persönlichkeit entwickeln. Diesmal: Wie viel Wertschätzung zeigst Du gegenüber Deinem Job?

In der letzten Kolumne habe ich Dir erklärt, wie grundlegend es bei Deiner Berufswahl ist, sich für eine Tätigkeit zu interessieren, aber den Job nicht zu lieben. Heute gehe ich einen Schritt weiter und zeige Dir, wie wichtig es ist, Wertschätzung für Deinen Job zu entwickeln.

Wann ist endlich Freitag?

„Die Berufsausübung raubt die Zeit für die schönen Dinge im Leben und ist ein notwendiges Übel.“ Das ist die zentrale Schlussfolgerung, die User aus den Postings in sozialen Netzwerken ziehen können. Bereits am Montagmorgen häufen sich die medialen Beiträge, in denen der Freitag herbeigesehnt und die Frage „Wann ist endlich Freitag?“ nicht nur rhetorisch gestellt wird.

Endlich Freitag!

Das Ende der Arbeitswoche wird folglich bspw. im Radio mit Slogans wie „Hoch die Hände, Wochenende!“ gefeiert. Damit wird eine Freizeitkultur eingeläutet, die den Menschen vermittelt, dass die besonderen Momente im Leben vorwiegend in der Freizeit auf Dich warten.

Nur die Freizeit zählt?

Wenn das Denkmuster „Freizeit ist gut, Job ist schlecht“ weiter bestärkt wird, entwickelt man ein negatives Mindset gegenüber dem Job. So wird jegliche positive Energie, die einst für die Arbeit vorhanden war im Keim erstickt.

Freizeit ist wichtig

Am Wochenende abzufeiern, die Zeit in der Natur zu verbringen oder an einem Laufevent teilzunehmen, ist in der Tat wichtig, um sich dem gesellschaftlichen Leben – das die letzten Jahre ohnehin deutlich zu kurz gekommen ist – hinzugeben. Dazu kommt noch ein anderes Momentum: Es ist auch für eine gute Leistung im Job wichtig, einen gesunden Abstand zu diesem zu entwickeln, um sich ein klareres Bild über die bevorstehenden Aufgaben zu machen und Kraft zur Bewältigung zu tanken.

Freizeit im Zusammenspiel mit dem Job

Dennoch möchte ich an dieser Stelle ausdrücklich betonen, dass Freizeit nicht das einzig Wichtige ist. Sie bekommt ihren Wert vielmehr durch die Polarität, die durch das Zusammenspiel von Beruf und Freizeit gegeben ist.

Job gibt Rückhalt

Der Job ist – wie private Erfahrungen – grundlegend für die persönliche Entwicklung: Er gibt Struktur und Inhalt. Vermutlich gibt es keinen weniger erfüllenden Job im Leben als „nur“ Prinz oder Prinzessin zu sein und keine Aufgabe – nicht einmal eine Repräsentationsaufgabe – wahrnehmen zu können.

Job bringt „Reichtum“

Ein Job ist inhaltlich und sozial bereichernd und er bringt Abwechslung in Dein Leben. Diese Tatsache haben in der Pandemie insbesondere Singlehaushalte erfahren. Daher haben Unternehmen alleinlebenden Beschäftigten tendenziell die Möglichkeit eröffnet, ihren Job im Büro auszuüben. So konnten sie das Bedürfnis nach Gemeinschaft – das im Privaten massiv reduziert wurde – im Job befriedigen.

Sei wertschätzend

Die aktive Auseinandersetzung mit unserer Welt durch die Arbeit ist ein zentrales Element, das wesentlich zu Deiner Entwicklung und wohl auch zu Deinem persönlichen Wohlbefinden beiträgt. Die Schlussfolgerung ist somit: Der Job ist nicht alles, aber ohne Job kann vieles auch wenig werden. Daher frage ich Dich dieses Mal: „Wie viel Wertschätzung zeigst Du gegenüber Deinem Job?“

Schreibe Deine Überlegungen dazu auf, besprich Dich mit vertrauten Personen oder schreibe mir ein Mail: gerhard.furtmueller@wu.ac.at

Privat

Gerhard Furtmüller aka Doktor Furti ist Senior Lecturer am Department für Management der Wirtschaftsuniversität Wien und Young Science Botschafter. An der WU begleitet er jährlich Tausende Millennials auf ihrem Weg ins Berufsleben. Seine Publikationen zum Thema Motivationsaufbau sind u.a. im Harvard Business Review erschienen und mit seiner Unternehmenssimulation fördert er das ganzheitliche Denken in den Unternehmen.

https://www.wu.ac.at/management/team/dr-gerhard-furtmueller