Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Sonnen- und Windschutz

Balkon und Terrasse: Ein Zimmer im Freien

Die Renaissance der Pergola, gern mit viel Grün.
Die Renaissance der Pergola, gern mit viel Grün.(c) Getty Images/iStockphoto (Eirasophie)
  • Drucken

Wer über eine Freifläche verfügt, möchte diese meist so oft wie möglich nutzen – und braucht daher einen Wetterschutz. Welche Möglichkeiten es dazu gibt, und wo sie passen.

Vor allem in der Stadt sind Balkon oder Terrasse ein geschätztes „Zimmer im Freien“. Richtig gemütlich wird dieses aber meist nur mit Sonnen- und mittlerweile auch Windschutz. Möglichkeiten gibt es viele. Besonders auf Terrassen kann man sich so richtig austoben: mit Pergolen, Markisen, Sonnensegeln, Lamellendächern, Sonnenschirmen, einer geschickt angebrachten Verglasung oder gleich einem Wintergarten.

Mix und Match

„Eine Terrasse bietet aufgrund ihrer Größe viele Vorteile, und in den vergangenen Jahren geht der Trend eindeutig zur Terrasse als erweitertem Wohnraum. Und auch was Sonnen- oder Windschutz betrifft, hat man hier mehr Optionen als auf einem vergleichsweise kleinen Balkon“, weiß Markus Szotrell, Geschäftsführer von Sonne, Licht, Schatten, einer Fachhandelskooperationsgesellschaft in Graz.

Zunehmend beliebt werden Pergolen – aus Holz, Metallstreben oder Glaselementen. Man kann sie bepflanzen, ein feststehendes Dach installieren oder sie mit einer beweglichen Markise ausstatten. Sonnensegel sind ebenfalls im Trend, solo oder in Kombination mit einer Pergola, indem man sie etwa zwischen zwei Balken spannt. Sie haben den großen Vorteil, dass sie sich schnell und problemlos abbauen lassen.

Nicht zuletzt gibt es auch noch den guten alten Sonnenschirm, der seinen Dienst schon seit Jahrzehnten leistet, wobei es hier große Qualitätsunterschiede gibt, auch hinsichtlich der UV-Durchlässigkeit. Wer sonnenempfindlich ist, sollte bei einem Kauf genau hinschauen, ob und inwieweit UV-Schutz gegeben ist. Ähnliches gilt für die ebenso bewährten Markisen, die qualitativ und preislich eine große Bandbreite aufweisen. Vor neugierigen Nachbarblicken schützt zudem ein – natürlich gut fixierter – Seitenschutz.

Grüne Schützlinge

Gerade für den Windschutz auf Balkonen gibt es aber auch eine andere Möglichkeit, die überdies der Umwelt zugutekommt: Pflanzen. „Als Windschutz absolut sinnvoll“, meint Pflanzenexperte Karl Ploberger. Vorausgesetzt, sie bzw. die Töpfe sind so verankert, dass bei starkem Wind keine Gefahr besteht. „Bei einem großen Balkon würde ich stabile Tröge verwenden – das ist die Versicherung, damit der Wind nicht alles umwirft – und Eiben pflanzen.“ Auch Hartriegel oder Kornelkirsche sind eine Möglichkeit. „Bei ganz kleinen Balkonen rate ich eher zu schmalen Kisten mit einem Rankgitter. Geeignet sind der immergrüne und winterharte Efeu oder als besonders dekorative Nutzpflanze Feuerbohnen“, rät Ploberger weiter. Diese seien zwar nur einjährig, wachsen aber besonders schnell. Andere Möglichkeiten sind etwa die Winde oder die Duftwicke.

Wofür immer man sich entscheidet, „man sollte es bereits bei der Planung berücksichtigen, denn gerade auf Terrassen sind etwa bei Pergolen bestimmte Baumaßnahmen nötig, die im Nachhinein oft schwer zu realisieren sind, im Prinzip gilt das auch für Sonnensegel und Sonnenschirme, die gut verankert sein müssen“, erklärt Martin Gogl von Gogl Sonnenschirme.

Windanfälligkeit mitdenken

Und vor einem raten alle Experten ab: „Ja nicht selbst bauen, da bei allen Sonnenschutzmaßnahmen die Befestigungstechnik eine wichtige Rolle spielt“, warnt Szotrell. Gogl vertritt die gleiche Meinung: „Selbstbau kann gefährlich werden, denn wenn die Sonnenschirme oder Sonnensegel nicht richtig verankert sind, kann das zu Unfällen führen.“

Diese sind nicht zuletzt auf die in den vergangenen Jahren immer stärker werdenden Winde zurückzuführen, die auf einer Terrasse natürlich sehr viel mehr Angriffsfläche vorfinden als auf einem Balkon. Man sollte also bei jedem Sonnenschutz auch die Windanfälligkeit mitbedenken. So etwa rät Gogl von Seitenarmschirmen auf der Terrasse ab, da sie bei Wind zu einer Gefahr werden können. Szotrell empfiehlt Vertikalbeschattungen, die nicht nur durchscheinend sind, sondern auch über ein Gewebe verfügen, in dem sich der Wind nicht so leicht fangen kann.

Bei Balkonen stellt sich oft die Frage, was überhaupt erlaubt ist, „Das ist von Gemeinde zu Gemeinde und auch von Hausbesitzer zu Hausbesitzer unterschiedlich“, erklärt Szotrell. Aufwendigere Maßnahmen wie Verglasungen oder Aufbauten, die an der Mauer befestigt werden, müssen in jedem Fall vom Hausbesitzer oder Eigentümer genehmigt werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.04.2022)