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Donaufestival

„My Way" für die ganze Welt?

So intensiv kann Interpretation sein: Soap & Skin sang unter dem Motto „In Sheep's Clothing“ Cover-Versionen. („My Way“ war nicht dabei.)
So intensiv kann Interpretation sein: Soap & Skin sang unter dem Motto „In Sheep's Clothing“ Cover-Versionen. („My Way“ war nicht dabei.)David Visnjic
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Karaoke auf den Philippinen, Perchtenläufe in Kolumbien, Rum aus Kuba: Das Donaufestival in Krems befasst sich mit kultureller Aneignung. Ein erster Höhepunkt: Covers von Soap & Skin.

Auf den Philippinen sind „Karaoke Boxes“ weit verbreitet: erstaunlich massive Apparate, über die man – oft im Kollektiv – seine sanglichen Sehnsüchte verwirklichen kann. Gut, das gibt es auch bei uns, aber das Phänomen der „My Way Killings“ ist auf die Philippinen beschränkt: Dort heißt es, dass zahlreiche Todesfälle nach Streitereien auf das Karaoke-Singen von „My Way“ zurückzuführen seien. Wieso, das ist umstritten: Manche führen es auf die – typisch westliche? – Ellbogenmentalität zurück, die dieser Hit ausstrahle, ob in seiner französischen Urform („Comme d'habitude“, 1967) oder in der von Paul Anka für Frank Sinatra geschriebenen englischen Version. Erst recht natürlich in der Interpretation des Sex-Pistols-Bassisten Sid Vicious!

Auch diese ist – mit etlichen anderen „My Way“-Varianten, etwa von Mireille Matthieu – in der gelben, hölzernen Karaoke-Box abrufbar, die der Wiener Künstler Peter Moosgaard als „Pinoy Boomshrine“ (Pinoy ist eine Selbstbezeichnung der Filipinos) ins Foyer der Kremser Messehalle gewuchtet hat. Dort kann man das tun, was die US-Band Sparks einst in „When Do I Get to Sing ,My Way‘“ erträumt hat: diese alte Hymne der Selbstbestimmung singen, vor dem imaginierten letzten Vorhang quasi.