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Interview

Wifo-Migrationsexperte Peter Huber: „In der Ukraine gab es einen echten Bildungsboom“

Die ukrainische Bevölkerung ist jung, der Akademikeranteil hoch – Wifo-Migrationsexperte Peter Huber gibt einen Überblick.

Herr Huber, es wird erwartet, dass etwa 200.000 Menschen aus der Ukraine vor dem Krieg nach Österreich flüchten. Die Bevölkerung ist gut gebildet – werden die österreichischen Betriebe davon profitieren?

Peter Huber: Offizielle Daten gibt es noch nicht. Was wir haben, sind Zahlen zur Bevölkerungsstruktur in der Ukraine. Laut Eurostat haben 57 Prozent der 30- bis 34-Jährigen eine tertiäre Ausbildung. In Österreich sind es 42 Prozent. Die Ukraine liegt in den Pisa-Rankings auf Plätzen zwischen 40 und 50. Österreich liegt etwa zehn Plätze davor.

Der Akademikeranteil ist in der Ukraine also deutlich höher als in Österreich – kann man das wirklich für bare Münze nehmen?

Natürlich ist das eine Frage der Struktur des Bildungssystems. Aber was man jedenfalls sagen kann, ist, dass das Bildungssystem in der Ukraine nicht stark abfällt gegenüber Österreich. Studien zufolge gab es in den vergangenen Jahren einen echten Bildungsboom in der Ukraine. Was wir auch wissen, ist, dass die Bevölkerung in der Ukraine relativ jung ist. 17 Prozent sind bis 14 Jahre alt, 30 Prozent zwischen 25 und 44. In Österreich sind es 14 Prozent beziehungsweise 26 Prozent. In der Arbeitsmigration gibt es immer Selektionsprozesse. Aber Flucht trifft alle. Daher erwarten wir, dass die Bevölkerungsstruktur eine gute Prognose ist für die Struktur der Flüchtlinge.