Joe Biden riss Witze bei Medien-Party

Galadinner in Washington mit Journalisten, die „noch unbeliebter“ seien als er.

Washington. US-Präsident Joe Biden hat beim traditionellen Galadinner des Korps der in Washington akkreditierten Journalisten in der Nacht auf Sonntag Humor bewiesen. So bedankte er sich zum Auftakt für den lauten Applaus der rund 2600 Gäste: „Bei den 42 Prozent, die tatsächlich geklatscht haben“; eine Anspielung auf seine Zustimmungswerte, die laut jüngster Umfrage auf 42 % gepurzelt sind. Dann legte er eine Spitze nach: „Ich freue mich sehr, heute hier mit der einzigen Gruppe zu sein, die eine niedrigere Zustimmungsrate hat als ich.“ Journalisten seien ja noch weniger beliebt, witzelte Biden. Immerhin nehme er als erster Präsident seit mehreren Jahren wieder an dem Dinner teil: „Das ist verständlich – wir hatten eine schreckliche Plage, gefolgt von zwei Jahren Covid“, ulkte Biden mit einem Seitenhieb auf seinen Vorgänger Donald Trump, der Medien als „Volksfeinde“ attackierte und nach Amtsantritt 2017 dem Gala-Event als erster US-Präsident seit 36 Jahren stets ferngeblieben war.

Umgekehrt scherzte der Kabarettist Trevor Noah, dass seit Bidens Amtsantritt 2021 eigentlich alles aufwärtsgehe: „Benzin ist gestiegen, Mieten sind gestiegen, die Lebensmittelpreise sind gestiegen . . .“

Getötete Reporter geehrt

Angesichts des Ukraine-Krieges fand der Präsident indes im Hilton Hotel auch ernste Worte. Er lobte den Mut von Journalisten, die vor Ort über den Krieg berichten. Zuvor waren neun Kriegsreporter gewürdigt worden, die in der Ukraine bereits ums Leben kamen.

Das Korrespondenten-Dinner wird seit 1921 vom Verband des Medienkorps im Weißen Haus veranstaltet, verläuft humorvoll und mit Showeinlagen. 1924 war mit Calvin Coolidge erstmals ein US-Präsident anwesend. (DPA/AFP)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.05.2022)

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