Zuerst kommen Hybridmodelle, etwas sehr Schnelles ist ab 2012 unterwegs.
Bis 2020 will Audi den Jahresabsatz seiner „e-tron“-Modelle im sechsstelligen Bereich sehen. Unter diesem Namen wird das Haus seine Elektroflotte bündeln, von Plug-in-Hybriden über Range Extender bis zum reinen E-Auto.
Also mindestens 100.000 Fahrzeuge, und das, obwohl Audi den ersten Schritt ins Zeitalter der Elektromobilität erst im nächsten Jahr macht: 2011 kommt der Q5 Hybrid auf den Markt. Gemeinsam mit einem Elektromotor bringt es der 2.0 TSFI auf 245PS, Verbrauch unter sieben Liter. Bis zu drei Kilometer kann der Q5 rein elektrisch fahren.
Erstes Stromauto als Rakete
Mit diesen Eckdaten erfüllt er (und folgend A6 und A8 Hybrid) die Kriterien für das e-tron-Label aber nicht. Erster echter Vertreter wird der R8 e-tron sein: 2012 startet die Kleinserie des Hochleistungssportwagens. In der Hülle des R8 stecken vier E-Motoren – je zwei an der Vorder- und Hinterachse, ergibt in Summe 313 PS und eine „neue Dimension der Fahrdynamik“. Die Kraft auf jedem Rad kann punktuell dosiert werden. 250 Kilometer beträgt die Reichweite, dafür muss man eine 550Kilogramm schwere Batterie (53 kWh) in Kauf nehmen.
Kein Königsweg in Sicht
Im Batterie-Elektroauto sieht man nicht den Königsweg für die Zukunft der Mobilität. Diesen wird es aus Sicht der Ingolstädter gar nicht geben: Unterschiedliche Einsatzprofile – Kurz- oder Langstrecke – erforderten unterschiedliche Antriebskonzepte. Das reine E-Auto bleibt aus Audi-Sicht auf Fahrten bis etwa 200 Kilometern beschränkt.
Elektroautos sollen jedenfalls keine rollenden Verzichtserklärungen werden. Davon ist bereits der Prototyp des A1-e-tron weit entfernt: Auf Basis des Kleinwagens tüftelt Audi am Range Extender: Der Antrieb erfolgt stets elektrisch (61 PS Dauerleistung), der Zwölf-kWh-Akku reicht für 50 Kilometer. Ein kleiner Wankelmotor dient als Generator: Der Einscheibenmotor mit 254ccm läuft bei Bedarf konstant mit einer Drehzahl von 5000U/min. Mit Zwölf-Liter-Tank erhöht er so die Reichweite um über 200Kilometer. Vorteile des Wankelmotors: kompakt, leicht, vibrationsarm, leise. Wir hatten die Gelegenheit zu ersten Testfahrten: Komfort und Fahrdynamik sind schon beim Prototypen auf hohem Niveau.
Auch wenn der Wagen einen nahezu fertigen Eindruck hinterlässt: Der A1-e-tron startet im Frühjahr erst in den Flottenversuch mit 30 Fahrzeugen.
2014 kommt Audis erster Plug-in-Hybrid: bis 30Kilometer rein elektrisches Fahren, Akku an der Steckdose aufladen, die Langstrecke meistert man mit Verbrennungsmotor. mp
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.11.2010)