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Gastkommentar

Hat die Frau dann Pech gehabt?

Warum Pensionssplitting nicht automatisch eine wirksame Maßnahme gegen Altersarmut von Frauen ist.

Die Autorinnen:

Mag.a Dinah Djalinous-Glatz ist Vertreterin des ÖGB in der Alterssicherungskommission und
Mag.a Karin Zimmerman, ÖGB, ist Bundesfrauensekretärin.

Pensionssplitting, also die Übertragung von Kontogutschriften im Rahmen eines automatischen Pensionssplittings, sei eine wirksame Maßnahme gegen Altersarmut von Frauen – das behaupten jedenfalls Befürworterinnen und Befürworter. Und das ist gleich aus mehreren Gründen falsch.

Es ist sinnvoll, die Armutsgefährdung anhand des Haushaltseinkommens zu berechnen. Durch ein automatisches Pensionssplitting ändert sich die Armutsgefährdung aber nicht, wenn die Elternbeziehung bis ins hohe Alter bestehen bleibt. In diesem Fall erhöht sich lediglich die Pension eines Partners, während die des anderen sinkt – das Familieneinkommen bleibt aber gleich. Auch bei einer Scheidung ändert das Pensionssplitting nicht automatisch etwas an der Altersarmut. Hat die Frau nur einen niedrigen Pensionsanspruch, kann das Pensionssplitting zu einer Erhöhung ihres Anspruchs führen. Bleibt ihre Pension aber auch danach unter der Ausgleichszulage und ist sie alleinstehend, dann wird ihr Pensionsanspruch auf diese Einkommenshöhe, nämlich derzeit 1030,49 Euro monatlich, aufgestockt. Die Folge: Ihr tatsächliches Einkommen bleibt gleich, der Anspruch des ehemaligen Partners sinkt aber. Es bekommt also zwar ein Partner weniger, der oder die andere aber nicht mehr. Gewonnen hat allein der Staat.