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Warnungen

Energieexperte: "Ölembargo gegen Russland ist Schuss ins Knie"

"Russland wird durch ein Embargo nicht beeinträchtigt, wir erreichen damit gar nichts, zahlen nur mehr“, sagt der Experte Johannes Benigni in einem Interview und warnt erneut vor einem solchen Schritt.

Energieanalyst Johannes Benigni hat im Lichte eines wahrscheinlicher werdenden Ölembargos der EU gegen Russland seine Warnungen davor bekräftigt. Schönheitsfehler solcherlei Energiesanktionen sei, dass andere Kunden russisches Gas kaufen würden, vornehmlich aus Asien, sagt Benigni im "Kurier" (Dienstag). "Russland wird durch ein Embargo nicht beeinträchtigt, wir erreichen damit gar nichts, zahlen nur mehr. Das ist ein Schuss ins Knie."

Die Mehrkosten durch Ölimporte von anderswo entstünden alleine schon wegen höherer Logistikkosten, so Benigni. "Für einen Experten gibt es keinen Grund, warum man das (Ölembargo, Anm.) tun sollte." Auch wenn Russland weniger Öl verkaufe als zuletzt, könnten die Einnahmen aufgrund eines höheren Ölpreises aufgrund der Sanktionen gleich bleiben.

EU sollte Ölmarkt lieber stabilisieren

Wolle die EU, dass Russland weniger Einnahmen habe, müsse sie danach trachten, den Ölmarkt zu stabilisieren und somit "alle den Ölmarkt betreffenden Sanktionen beenden", glaubt Benigni. Er argumentiert damit, dass der Ölpreis bei einem ausgeglichenen Markt bei nur 70 Dollar liegen würde. Derzeit kostet die Nordseemarke Brent mehr als 100 Dollar.

Benigni hatte sich zuletzt mehrfach gegen Importstopps von russischem Gas und Öl ausgesprochen.

(APA)