Die Coronakrise trifft den Hauptstadtflughafen härter als andere Aiports.
Der deutsche Hauptstadtflughafen BER setzt nach einem erneut hohen Konzernverlust im vorigen Jahr für 2022 bei abebbender Coronapandemie immerhin auf einen operativen Gewinn. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen (Ebitda) und Sondereffekten dürfte bei plus 177,4 Millionen Euro liegen, nach einem Minus von 11,3 Millionen Euro 2021, teilte der Berliner Airportbetreiber FBB am Dienstag mit. Unterm Strich rechne man weiter mit roten Zahlen.
Wegen hoher Verschuldung und Altlasten erwartet die FBB einen Konzernverlust von gut 147 Millionen Euro, nach minus 569,1 Millionen Euro im vorigen Jahr. An einigen Tagen liege der BER beim Flugverkehr bereits fast wieder auf Vorkrisenniveau, sagte BER-Chefin Aletta von Massenbach auf der Bilanz-Pressekonferenz.
Die Coronakrise trifft den Hauptstadtflughafen härter als andere Aiports, da der BER wegen der jahrelangen Verzögerung beim Bau und der hohen Verschuldung keine Finanzpolster hat. Ende 2021 war das Eigenkapital aufgezehrt, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Die lang- bis mittelfristigen Verbindlichkeiten kletterten per Ende Dezember auf 5,1 Milliarden Euro. Der Airport ist deshalb noch bis 2026 auf rund 2,4 Milliarden Euro Schützenhilfe seiner staatlichen Eigner Berlin, Brandenburg (je 37 Prozent) und des Bundes (26 Prozent) angewiesen. Die EU-Kommission hat Anfang Februar bereits 1,7 Milliarden Euro Staatshilfen genehmigt.
Für 2022 setzt von Massenbach auf einen anziehenden Flugverkehr und damit einen Anstieg der Passagierzahlen auf rund 17 Millionen, nach 9,95 Millionen im Vorjahr. Dies wären dennoch erst 48 Prozent des Niveaus von 2019 und damit aus der Zeit vor der Viruspandemie. Der gesamte FBB-Umsatz soll 2022 - auch dank Grundstücksverkäufen - auf fast 550 Millionen Euro steigen, nach zuletzt etwa 272 Millionen Euro. Die FBB kann derzeit negative Folgen des Ukraine-Kriegs auf den Luftverkehr und damit das Geschäft am Flughafen nur schwer einschätzen, aber auch nicht ausschließen.
(APA/Reuters)