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Wiener Ansichten

Rudolfsplatz: Wenn dem Energiebrunnen die Energie ausgeht

Für die Verbundgesellschaft geschaffen: Wander Bertonis Energiebrunnen . . .wf
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Sonne, Wind, Wasser und kein bisschen Sprudeln: zum innerstädtischen Status quo eines Werks des großen Wander Bertoni.

Wo alle Brünnlein fließen, dort kann unmöglich Wien sein. Zwar gäb's Brünnlein hierorts genug, und jedes Jahr, so will's fast scheinen, werden der Wasserspiele mehr, begleitet von allerlei PR-Gedröhn. Doch kaum ist der Präsentationstross abgezogen, kaum breiten sich die Mühseligkeiten der jahre- und jahrzehnteweiten Wartungsebenen vor den Erhaltern aus, gerät so manches davon nur allzu rasch in Vergessenheit. Und vom Vergessen zum Versiegen ist der hiesige Wasserweg nicht weit, weder am Brunnen vor dem Tore noch an dem dahinter.

Zu den Versiegten, die hinter dem Tore liegen, konkret hinter dem Tore des Gründerzeitpalasts an der Adresse Rudolfsplatz 13a, zählt der Energiebrunnen, den Wander Bertoni in den 1990ern für die Verbundgesellschaft geschaffen hat. „Besonders eindrucksvoll“ nennt den eine Schrift, die den 2019 94-jährig verstorbenen Bildhauer und sein großes Gesamtwerk feiert, und das ist nicht zu viel gesagt: Wuchtig in Bronze gegossen, stehen sie da im Hof leibhaftig vor uns, Sonne, Wasser, Wind, allegorische Figuren voller Kraft, als könnte die niemals vergehen; und doch, wie vergänglich ist, was so unvergänglich scheint, daran erinnert der Quell zu ihren Füßen, der unübersehbar schon seit Längerem nicht mehr tut, was vornehmste Pflicht von seinesgleichen wäre: unbeirrbar vor sich hin zu sprudeln.