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Berlin-Briefing

Wenn sich zwei streiten, freut sich Wladimir Putin

Der deutsche Oppositionsführer Friedrich Merz besuchte am Dienstag auch die ukrainische Stadt Irpin.(c) REUTERS (VALENTYN OGIRENKO)
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Die Reisepolitik zwischen Berlin und Kiew gerät zusehends zur Posse. Bald könnte sich dem deutschen Bundeskanzler aber ein Ausweg bieten.

Wenn es ein Beweisfoto gebraucht hätte, wie es in diesen Tagen um die Stimmung zwischen Berlin und Kiew steht, wurde es am Dienstag gemacht. Auf ihm sind zwei Männer zu sehen: Links der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij, 44, olivgrüne Hose, olivgrünes T-Shirt, ein Oberbefehlshaber im Krieg. Rechts steht CDU-Chef Friedrich Merz, 66, helle Hose, Outdoor-Jacke einer schwedischen Marke, ein deutscher Oppositioneller bei einem höchst ungewöhnlichen Besuch im Kriegsgebiet (hier das Foto, das Merz auf seinem Twitter-Account veröffentlichte).

Was genau die beiden besprochen haben, ist nicht so wichtig. Schließlich hat Merz dem Ukrainer nicht viel mehr anzubieten als die Gefolgschaft der Partei, die er vertritt und die laut Umfragen noch immer auf einem historischen Tiefstand unter 30 Prozent der deutschen Stimmen liegt. Wichtig scheint vielmehr ein anderes Signal, das von diesem Foto ausgeht: Weil der Kanzler des mächtigsten Landes der Europäischen Union nicht nach Kiew reist, kommt eben der, der ihn einmal ablösen könnte.