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Gastkommentar

Der große Bluff der Zentralbanken

Die Logik der Währungshüter ist durchschaubar. Die Inflation zwingt sie nun, die Karten auf den Tisch zu legen.

Zum Autor:

Mag. Rudolf Tuppa, MBA (* 1974) arbeitet seit knapp 20 Jahren im Portfoliomanagement bei diversen österreichischen und europäischen Banken.

Wenn ein Pokerspieler trotz schlechter Karten (mehrmals) den Spieleinsatz erhöht, dann handelt es sich um einen Bluff. Dies geschieht in der Hoffnung, andere Spieler damit zur Aufgabe zu bewegen – sollte das jedoch nicht gelingen, so wird daraus eine kostspielige Art, die eigene Niederlage hinauszuzögern.

Eine ähnliche Strategie haben die großen Notenbanken seit Jahrzehnten zur Bekämpfung der verschiedenen Wirtschaftskrisen verfolgt, indem durch Zinsmanipulation der Konsum künstlich angeheizt wurde. Bei jeder Krise lief der Bluff Gefahr aufzufliegen und der Einsatz musste erhöht werden, sodass aus finanzökonomischer Sicht zunehmend zentrale Akteure des Wirtschaftskreislaufs zur Beseitigung der Brandherde eingesetzt wurden. Nachdem alle anderen Wirtschaftsteilnehmer „verbraucht“ worden sind, geht es in der sich anbahnenden nächsten Krise um die Zentralbanken selbst bzw. die Stabilität der Währungen.