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Kampagne

Tourismus: Wien schickt die Wiener auf Reisen

Zugfahrten - etwa mit dem Nightjet - und Flugreisen in andere europäische Städte werden bis Juni wöchentlich verlost.(c) APA/AFP/JOE KLAMAR (JOE KLAMAR)
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Mit der ersten gemeinsamen Kampagne von
17 europäischen Metropolen ("United Cities of Tourism“) will Wien den Städtetourismus wieder ankurbeln. Und verlost dabei Zug- und Flugtickets unter Wienerinnen und Wienern.

Salopp formuliert ist es eine Art Reiselotterie: Für jeden 100. Touristen, der Wien im Mai und Juni besucht, schickt Wien Tourismus eine Wienerin oder einen Wiener nach London, Paris, Rom, Florenz, Lyon, Manchester oder in eine andere von insgesamt 16 europäischen Städten.

Weniger salopp formuliert nennt sich die Kampagne „United Cities of Tourism“, sie soll den nach der Pandemie strauchelnden Städtetourismus ankurbeln. Und bewirbt dabei – und das ist eine Premiere – nicht nur Wien, sondern insgesamt 17 europäische Städte in sechs (west-)europäischen Ländern. „Wir wollen“, sagt Norbert Kettner, Wiens Tourismusdirektor, „eine schlagkräftige Kampagne lancieren, aber auch den Zusammenhalt der europäischen Metropolen in den Vordergrund stellen.“

„Tu es für die Queen“

An der von Wien Tourismus initiierten Kampagne (Motto: „All great things start in cities“) nehmen unter anderem London, Paris, Berlin, Barcelona, Rom und Mailand teil, „und das ist“, sagt Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ), „nicht selbstverständlich, denn jede dieser Städte hat ihren eigenen Auftritt“. Die gemeinsame Kampagne sieht Hanke als „vollkommen neue Ansage“. Man wirbt also quasi für die eigene Stadt – aber auch für Urlaube in anderen Metropolen, und das, wenn möglich, mit ein wenig Augenzwinkern. („Tu es für die Queen. Visit London.“)

Es sei jedenfalls wohl das erste Mal, sagt Kettner, dass ein Tourismusbüro die eigene Bevölkerung „auf Reisen schickt“: Wienerinnen und Wiener, die sich online registrieren (unitedcities.vienna.info) nehmen bis Ende Juni an der wöchentlichen Verlosung teil: Pro 100 – statistisch erfassten – Touristen aus den teilnehmenden Städten, die in Wien ankommen, bekommt eine Wienerin oder ein Wiener ein Zug- oder Flugticket (hin und retour) in eine der Städte geschenkt, die ÖBB und Austrian sind hier Kooperationspartner. Aufenthalt und andere Kosten muss man dabei selbst zahlen. In welche Stadt es geht, wird ebenfalls ausgelost.

Instagram-Swap: London übernimmt Wien

Beworben wird die Kampagne auf allen sozialen Medien, aber auch mit großen Plakaten, etwa am Mailänder Dom, am Berliner Kurfürstendamm („Hilf der Clubkultur Berlins. In einem Kaffeehaus in Wien“) oder in 50 Londoner U-Bahn-Stationen („Help London. Travel to Vienna.“)

Am 15. Mai kommt es – auch das eine Premiere – zu einem „Social Media Swap“: An dem Tag werden die Instagram-Auftritte der Städte vom Tourismusbüro einer anderen Stadt bespielt: So wird Wien Tourismus an diesem Tag den Instagram-Account von Mailand übernehmen und die Touristiker von London jenen von Wien, ein, wie Kettner sagt, „aufwendiges, aber lustvolles Projekt“.

Die Kampagne sei auch deswegen geboren worden, weil die großen Städte in der Pandemie „zu wenig gehört wurden“, sie versteht sich auch als „Statement gegen die Reprovinzialisierung und Renationalisierung des touristischen Diskurses“, wie Kettner sagt. Und in anderen Metropolen erreiche man potenzielle Städteurlauber: Aus der Marktforschung wisse man, dass etwa die Hälfte der Städtereisenden selbst auch in einer Großstadt wohnt.

Fernmärkte fallen weiter aus

Mit der Entwicklung der Besucherzahlen in Wien ist Kettner durchaus zufrieden, auch wenn die Rekordzahl von 2019 – 17,6 Millionen Nächtigungen – noch in weiter Ferne scheint. Derzeit gehe es Woche für Woche aufwärts, der Großteil der Touristen kommt aktuell wenig überraschend aus Europa.

Die Fernmärkte fallen mit Ausnahme der USA noch komplett aus, der Krieg in der Ukraine könnte künftig aber Besucher aus den USA abhalten. Wie auch aus Japan: Für Japaner sei das Reisen zwar wieder möglich, sie seien aber durch den Ukraine-Krieg irritiert, die Koreaner weniger. Wann China seine Bevölkerung wieder reisen lässt, „ist derzeit nicht absehbar“. Und mit den einst wichtigen russischen (Luxus-)Touristen rechnet man vorerst ohnehin nicht mehr.

Kleinere Kongresse kommen wieder

Auch im – wirtschaftlich wichtigen – Kongresstourismus soll es heuer wieder losgehen: Großkongresse „werden noch dauern“, aber immerhin 40 Kongresse mit mehr als 1000 Teilnehmern seien für heuer gebucht. Das wohl auch wegen des „Vienna Meeting Fund“, der in der Pandemie ins Leben gerufen wurde und mit dem Kongress-Veranstalter, die sich für Wien entscheiden, gefördert werden. Der Topf mit vier Millionen ist praktisch ausgeschöpft.