"Klimaboulevard"

Der Umgestaltung zweiter Teil: Thaliastraße wird fertig begrünt

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Im äußeren Teil der Ottakringer Einkaufsstraße starten die Bauarbeiten. Fußgänger und neue Bäume sollen mehr Platz erhalten.

Wien. 88 neue Bäume, 16 Nebelstelen, Wasserspiele und Staudenbeete: Ob die Thaliastraße damit wirklich zu einem „Klimaboulevard“ mutieren wird, wie Planungsstadträtin Ulli Sima sie am Mittwoch beim Spatenstich für den Umbau der Straße bezeichnete, ist fraglich. Ansprechender wird die Ottakringer Einkaufsstraße, die sich bisher durch ihre hohe Dichte an Imbissen, Handyshops und schnell fahrenden Autos auszeichnete, wohl auf alle Fälle.

(c) Grafik: Die Presse/GK

Der erste Teil der Straße vom Gürtel bis zur Feßtgasse war bereits vergangenen Sommer verschönert worden, nun folgt der Umgestaltung zweiter Teil. Von der Höhe der Ottakringer Brauerei bis zur Huttengasse, wo sich die Endstation der U3 befindet, wird also begrünt und gekühlt. Zusätzlich werden Sitzmöglichkeiten geschaffen und die Gehsteige auf bis zu sechs Meter verbreitert. Auch unterirdisch tut sich was: Bei den Wasserelementen werden Versickerungskörper installiert, die das Wasser nicht in den Kanal, sondern zu den Pflanzen leiten sollen.

Bis November dieses Jahres sollen die Bauarbeiten auf der Thaliastraße abgeschlossen sein, bis Dezember auch jene in den Seitengassen, die bei der Umgestaltung mitgenommen werden. So werden die Grubergasse und der Vorplatz der dortigen Volksschule verschönert und verkehrsberuhigt, drei weitere – Kreitnergasse, Lambertgasse und Pfenninggeldgasse – werden zu Sackgassen und mit „Pocketparks“ begrünt.

Der Umbau soll nicht nur die Einkaufsstraße neu beleben, sondern mehr öffentlichen Raum auch im Sommer nutzbar machen. „Auch für jene, die zu Hause keine Klimaanlage oder einen Zweitwohnsitz haben“, sagte Sima, selbst Ottakringerin. Immerhin führt die Thaliastraße durch einen der heißesten und gleichzeitig am dichtesten besiedelten Flecken der Stadt, wo tendenziell einkommensschwächere Menschen wohnen.

DnD Landschaftsarchitektur

Die starre Trennung von Fahrbahn und Gehbereichen wird analog zum ersten Teil, in dem das Niveau beinahe angeglichen wird, aufgebrochen. Die Gehsteige werden bis zu den bestehenden Straßenbahngleisen vorgezogen, was die Sicherheit für die Fahrgäste erhöhen soll. Sie müssen künftig nicht mehr die Fahrbahn überqueren.

Auch für Radfahrer gibt es Erleichterungen: Alle an die Thaliastraße angrenzenden Seitengassen – mit Ausnahme der zu engen Wichtelgasse – werden für das Radfahren gegen die Einbahn geöffnet. Eigene Radstreifen oder -wege auf der Thaliastraße selbst wird es nicht geben. Immerhin soll ein Streifen neben den Straßenbahnschienen der Linie 46 verbreitert werden, zusätzliche Radabstellanlagen wurden versprochen.

Wo war die Befragung?

Der Neugestaltung des ersten Abschnitts der Thaliastraße ging eine Bürgerbeteiligung voraus. Dass diese für den zweiten Abschnitt fehlt, kritisiert Wiens ÖVP. Man hätte Lehren aus dem Umbau ziehen sollen, dieser habe „Hunderte Anrainer vor enorme Probleme gestellt, da ihnen im ohnehin dicht verparkten Gebiet 150 von 250 Parkplätzen weggenommen wurden“, so der Ottakringer ÖVP-Obmann Stefan Trittner.

(twi)


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