Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Recycelt

Elektro-Plattform Refurbed steigt ins Modegeschäft ein

Ein Launch-Event am 4. Mai war der Startschuss der neuen Produktkategorie bei Refurbed,
Ein Launch-Event am 4. Mai war der Startschuss der neuen Produktkategorie bei Refurbed,(c) refurbed GmbH/APA-Fotoservice/H
  • Drucken

Nachhaltige Mode ist das erklärte Ziel der Online-Plattform Refurbed, die sich bis dato auf wiederverwendete Elektronik begrenzt hat. Ob der Erde damit geholfen ist, stellen Kritikerinnen infrage.

Gestartet hat das österreichische Unternehmen Refurbed 2017 als Pionier - zumindest hierzulande. Es verkauft generalüberholte Elektronik und schenkt so Smartphones, Notebooks und etwa Haushaltsgeräten ein zweites Leben. Und zwar mit Erfolg, mittlerweile ist der Marktplatz in zwölf Ländern aktiv und bedient über eine Million Kundinnen und Kunden - Tendenz steigend. Mit „Refurbed Fashion“ will man sich nun auch innerhalb der Modebranche bewähren.

Man wolle so „eine weitere Umweltsünderbranche verändern“. Zwanzig verschiedene Marken werden seit Dienstag auf der Plattform vertrieben, eine rasche Ausweitung des Angebots ist geplant, ebenso wie weitere Produktkategorien. Vorerst soll es aber eben um Mode gehen. Und zwar um recycelte - zumindest halb. Ausgewählte Labels müssen bestimmte Kriterien erfüllen, etwa einen Mindestanteil von 50 Prozent wiederverwerteter Materialien pro Stück. Auch Lieferketten müssen offengelegt werden, Transparenz sei zentral, heißt es in einer Mitteilung. Second-Hand-Kleidung wird über die Plattform keine angeboten.

Kritische Stimmen

Während Refurbed mit ihrem Ansatz gebrauchte Elektronik zu erneuern auf die Wiederverwertung bereits vorhandener Produkte setzt, wird in der Kategorie Mode Neues verkauft - wenn auch nachhaltig. Das Problem der Überflussgesellschaft wird damit nicht adressiert, so die Kritik so mancher Aktivistin. Der Konsum müsse viel mehr reduziert als lediglich umgelagert werden.

Und Refurbed erhofft sich durch die Erweiterung Konsumierenden den Ausstieg aus dem Fast-Fashion-Umfeld erleichtern zu können. „Wir sehen, dass die Menschen nachhaltige Produkte kaufen wollen, aber nicht wissen, wo – oder wie sie deren Seriosität bewerten können“, so Refurbed-Mitgründer Peter Windischhofer. Das Unternehmen will seinen Kundinnen und Kunden also die Sicherheit geben, nachhaltige Produkte zu erwerben, ohne selbst Nachhaltigkeitskriterien recherchieren oder Greenwashing aufdecken zu müssen. Wie schon für jedes Elektrogerät soll übrigens auch beim Kauf eines jeden Kleidungsstücks ein Baum gepflanzt werden.

(evdin)