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Pizzicato

König Fußball

König Carlo und Prinz Pep standen an einem magischen Mai-Fußballabend in Madrid an der Seitenlinie des Bernabéu-Stadions, als das Spiel in der 90. Minute innerhalb von 90 Sekunden eine Wendung nahm und die „Königlichen“ von Real Madrid gegen Manchester City die Oberhand gewannen. Ein Königsdrama.

Die madrilenischen Gazetten hatten Carlo Ancelotti, den Bauernsohn aus der Emilia-Romagna, gerade zu Carlo V. gekrönt, weil er als Trainer fünf Teams in den fünf großen Ligen Europas zum Titel geführt hatte – und nebenbei als Coach drei Mal die Champions League gewann. Dass der Trophäensammler, bereits zuvor einmal in Diensten des „königlichen Klubs“, just gegen die favorisierte Mannschaft des Katalanen Pep Guardiola – der sich für die Unabhängigkeit der Region einsetzt –, triumphiert hat, ist eine hübsche Pointe. Wie jene, dass Ancelotti einst als Nachfolger des „Wunderwuzzis“ Guardiola bei Bayern München in Ungnade gefallen ist.

Der Fußball schreibt eben die schönsten Geschichten. In Graz nahmen gleichzeitig die Sturm-Fans im Stadion Abschied von einer Legende. Bengalische Feuer erhellten den Himmel beim Abgang Ivica Osims im Sarg. Das Feuerwerk in der Sturm-Arena und danach im Bernabéu in Madrid hätte dem Fußballphilosophen aus Sarajewo und Prediger des Offensivfußballs gefallen. (vier)

Reaktionen an: thomas.vieregge@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.05.2022)