Hoch lebe das Sexgemuffel! Beste Nachrichten erreichen uns aus München.
Dort wurde bei einer Tagung zum Thema „Bindungen – Paare, Sexualität und Kinder“ die psychologische Killerapplikation schlechthin für erotisch ermüdete Langzeitpaare präsentiert. Verkürzt lautet die Münchner Generalabsolution für alles Sexgemuffel in etwa: Wer in einer wirklich reifen Beziehung lebt (wobei „reif“ hier selbstverständlich für „hoch entwickelt“ und nicht für „kurz vor der Fäulnis“ steht), muss sich nicht ständig durch hektische Beischlafaktivitäten versichern, dass sein Nebenher für immer bei ihm bleiben wird. Umgekehrt: Wer nach einer gewissen Beziehungsdauer immer noch ständig Sex sucht, ist definitiv in innere Konflikte verstrickt und dürfte chronisch unsicher sein, ob nicht sein Schnauzelchen schon heimlich den Umzugsservice bestellt hat. Aus Expertinnenmund ist dazu folgender Satz aus der bayrischen Landeshauptstadt
überliefert, der uns endlich ohne schlechtes Gewissen über dem guten Buch im Bett einschlafen lässt: „Dauerhafte Sicherheit und häufiger, guter Sex schließen einander aus.“ Na also! Wenn denn künftig der Angeber vom Nebentisch wieder einmal über neueste Intimrasur-trends schwadroniert, beim Elternabend augenzwinkernd von Liebeswochenenden ohne die Kinder in Aruba berichtet wird oder man die Nachbarin im Supermarkt mit der aktuellen Ausgabe von „Neon“ überrascht, in der als Ausweg aus der „Kumpelfalle“ (man ist nur mehr befreundet, kein Liebespaar mehr) Tanzen (ausgerechnet), scharfes Essen und „Irgendwie Alarm im Kopf“-Machen empfohlen wird: nur nicht aus der Ruhe bringen lassen! Die haben offenbar eine richtig miese Beziehung, wahrscheinlich unmittelbar vor dem Aus. Sehr unreif jedenfalls.