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Planung

Gewappnet für den Generationenwechsel

(c) Bankhaus Spängler
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Das Wichtigste ist eine langfristige, strukturierte Planung – dann kann die Firmenübergabe gut gelingen.

Es gibt Dinge im Leben, die schiebt man gern auf, weil man sich scheut, sie anzugehen. Oder man vertagt sie, da man überzeugt ist, noch ausreichend Zeit zu haben. Dazu gehört auch das Thema Unternehmensnachfolge. Wer sich zu spät darüber Gedanken macht, wie es mit der Firma weitergehen und von wem sie übernommen werden soll, riskiert viel. Womöglich das eigene Unternehmen.

Abhängig von der Unternehmensgröße haben Familienunternehmen viele Möglichkeiten, die Nachfolge zu gestalten. Dabei gilt es, verschiedene Alternativen, getrennt nach Führungs- und Beteiligungsnachfolge, in der Familie zu diskutieren und bestehende Führungsmodelle an die Zukunft anzupassen. Zeigen einer oder mehrere Familienmitglieder Interesse, das Unternehmen zu führen, ist dies bei entsprechender Eignung und dem unbedingten Willen der Nachfolger meist die bevorzugte Wahl bei Familienunternehmen. Aufgrund wachsender Anforderungen kommt dem gemischten Management bestehend aus Familie und Familienfremden immer mehr Bedeutung zu. Auch eine reine Fremdgeschäftsführung mit einer starken Eigentümerfamilie kann eine geeignete Lösung darstellen.
Unabhängig davon, für welches Nachfolgemodell sich ein Unternehmen entscheidet: Das Wichtigste bei der Übergabe ist eine langfristige, strukturierte Planung. Denn eine Übergabe lässt sich nicht üben oder trainieren. Wer sich früh mit dem Thema beschäftigt und sich externe Hilfe holt, bringt diesen großen Schritt erfolgreicher über die Bühne. Erfahrungsgemäß sollte dafür ein Zeitraum von fünf bis sieben Jahren vorgesehen werden.

Eine Übergabe ist mit vielen Emotionen verbunden. Auf der einen Seite steht die Übergebergeneration, oftmals auch Gründergeneration der Firma, die jahrzehntelang mit viel Herzblut das Unternehmen aufgebaut hat. Dieser fällt es nicht immer leicht, die Zügel aus der Hand zu geben. Auf der anderen Seite steht die Übernehmergeneration, die voller Tatendrang ist, aber sich schnell demotiviert fühlen kann. Hier treffen zwei Kulturen aufeinander: die Firma, die klare Strukturen braucht, und die Familie, in der Beziehungen überwiegend mit Emotionen verbunden sind. Und wo Emotionen im Spiel sind, sind Konflikte meist nicht weit. Deshalb hilft es, stets vor Augen zu haben: Es geht um die Verantwortung als Unternehmerfamilie und die Zukunft des Familienunternehmens. Als hilfreich hat sich die Erstellung eines Familienkodex, auch Familienleitbild genannt, erwiesen. Dieser regelt, wie mit konfliktträchtigen Themen in der Familie in Bezug aufs das Unternehmen umgegangen wird, stärkt den Zusammenhalt, schärft das Verständnis für das Unternehmen und unterstützt beim Nachfolgeprozess.

Das größte Konfliktpotenzial bilden oft Übergeber und Übergeberinnen, die nicht loslassen können. Sie erwarten, dass sich die nächste Generation engagiert, wollen aber ihre Verantwortung nicht abgeben. Die Begleitung durch externe Berater kann dazu dienen, zu sensibilisieren und ein Ergebnis zu erarbeiten. Ein offener und aktiver Dialog in der Unternehmerfamilie hilft, gemeinsam eine gute Lösung zu finden. Denn wechselseitiges Vertrauen bildet im Nachfolgeprozess die Basis für eine erfolgreiche Übergabe.

Zur Person

Werner G. Zenz ist Sprecher des Vorstandes des Bankhaus Spängler.

Das 1828 in Salzburg gegründete Institut ist die älteste Privatbank Österreichs, ein Familienunternehmen in der siebten Generation und in Österreich an neun Standorten mit rund 260 Beschäftigten präsent.