Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Tourismus

Aufbruch der Reisebranche beflügelt auch Ausbildungen

Die Reiselust ist mit dem Fall der meisten Beschränkungen nun besonders groß – ebenso die Nachfrage nach Touristikern.
Die Reiselust ist mit dem Fall der meisten Beschränkungen nun besonders groß – ebenso die Nachfrage nach Touristikern.Getty Images
  • Drucken

Mit der Rückkehr der Gäste ist die Nachfrage nach Arbeitskräften im Tourismus zurück. Mit der passenden Ausbildung lässt sich international Karriere machen.

Von einem Tag auf den anderen waren die Hotels zu, Flugzeuge am Boden, Busse, Bahnen und Sehenswürdigkeiten touristenleer, eine Branche in der Warteschleife. Und in zahlreichen Tourismusausbildungen musste der praktische Ausbildungsteil in Partnerbetrieben verschoben werden. Kaum ein Sektor war von Lockdowns und Reisebeschränkungen unmittelbarer betroffen als Hotellerie, Fluggesellschaften oder Eventmanagement. „In den Medien wurde die Krise im Tourismus breit dargestellt, aber jetzt geht es wieder bergauf“, sagt Werner Schnabl, Schulleiter der Tourismusschulen Modul der WK Wien. Und Claudia Bauer-Krösbacher von der FH Krems ist überzeugt: „Jetzt ist die beste Zeit, Tourismus zu studieren.“ Denn mit der Wiederentdeckung der Reiselust ist auch das alte Problem der Branche zurück: die Suche nach qualifizierten und motivierten Mitarbeitern. Unattraktive Arbeitszeiten sind ein Manko, das häufig erwähnt wird, wenn es um die Arbeitsbedingungen im Tourismus geht. Schnabl allerdings betont: „Attraktivität ist eine Frage der subjektiven Sichtweise. Wer leidenschaftlich kocht, der hat auch kein Problem, am Abend zu kochen, wenn die Rahmenbedingungen passen“, ist er überzeugt. Und Leonhard Wörndl, Direktor der Tourismusschulen Salzburg in Klessheim, führt die internationalen Anknüpfungspunkte für Absolventen des College of Hospitality Management aus: „Manche wollen nach den zwei Jahren möglichst viel Geld verdienen und gehen in die Schweiz zum Arbeiten, andere machen ein Management-Trainee mit unserem Kooperationspartner in den USA oder gehen nach Südkorea, und diejenigen, die nach der Ausbildung einmal die Welt sehen wollen, heuern auf einem Kreuzfahrtschiff an.“

Voll- oder Teilzeit möglich

„Jeder will wieder hinaus, und vielen Menschen wird bewusst, dass sie auch wieder verreisen wollen“, sagt Bauer-Krösbacher, Programme Director des Bachelorstudiums Tourism and Leisure Management in Krems. Das Studium in Krems gibt es in Vollzeit- oder Teilzeit-Variante. „Beim Part-time-Studium finden die Lehrveranstaltungen am Freitag und Samstag statt“, erklärt Bauer-Krösbacher. In den ersten vier Semestern des sechssemestrigen Studiums stehen Grundlagen wie Betriebswirtschaft, Marketing, Sprachen oder Rechnungswesen auf dem Studienplan. Das Studium selbst wird in Englisch abgehalten. IT- und Kommunikationstechnologien, internationale Tourismusmärkte und Nachhaltigkeit sind ebenfalls Teil des Grundgerüsts.

Teil der Ausbildung im Ausland

Das dritte Semester kann wahlweise an einer Partneruni im Ausland absolviert werden, im vierten Semester müssen die Studierenden mindestens 22 Wochen in einem Unternehmen ihrer Wahl im Ausland arbeiten, „wobei wir Kontakte und Ansprechpartner vermitteln können“, sagt Bauer-Krösbacher.

Am Ende des Studiums steht Vertiefung auf dem Lehrplan: Neben Hospitality und Destination Consulting im fünften Semester sind Sport Tourism, Abenteuerurlaube, Wellness-Tourismus oder Eventmanagement einige der Fachbereiche, in denen sich die Studierenden im sechsten Semester spezialisieren können.

Ebenfalls englischsprachig ist die Ausbildung am College of Hospitality Management in Klessheim. „Durch das englischsprachige Programm haben wir Studierende aus aller Welt“, erklärt Direktor Wörndl, der betont, dass neben den erstarkenden Touristenströmen auch der Eventbereich wieder in Schwung kommt. „Wir haben neben der Schule das ,Kavalierhaus‘ als Ausbildungsbetrieb angeschlossen, hier arbeiten unsere Studierenden, aber auch die Schüler aus der Tourismusschule, und es stehen viele – zum Teil aufgeschobene – Hochzeiten auf dem Plan, und auch Firmenveranstaltungen sind wieder häufiger.“

Fremdsprachen, Kultur und Kunst sowie Restaurant-Management sind auf dem Studienplan ebenso zu finden wie Kochen und Servieren. Und in Klessheim gibt es eine Baustelle: Ein neues Schulgebäude wird gerade errichtet.

Ähnlich wie in Salzburg sind am Modul vor allem Studierende anzutreffen, „die an einer praktischen Ausbildung interessiert sind, denen eine reine Universitätsausbildung ein wenig zu trocken ist“, wie Schnabl erklärt. Im Kolleg für Tourismus in Wien wird auf Deutsch ausgebildet.

Nachfrage wieder normalisiert

Schnabl führt außer dem Kolleg auch eine der 27 Tourismusschulen im Land und sagt, dass sich das Interesse – gemessen in Anmeldezahlen für alle Ausbildungsformen – „wieder normalisiert hat“. Inmitten der Krise waren Schulwechsel generell weniger, da viele eine potenzielle neue Schule schlicht nicht kennenlernen konnten. Für viele Bachelor-Absolventen bedeuteten die geschlossenen Türen bei potenziellen Arbeitgebern, dass sie ein Masterstudium angeschlossen haben.
In allen Ausbildungen wird betont, dass die Pandemiejahre Schub und Schwung in die Digitalisierung gebracht haben. Wörndl: „Wir sind Teil eines Forschungsprojekts, wie Praxisunterricht digital gestaltet werden kann. Wir kochen beispielsweise per Videokonferenz mit Kollegen aus Portugal und Holland gemeinsam ein dreigängiges Menü, wobei jedes Land bei einem Gang federführend ist.“ Für alle, die auf einem Kreuzfahrtschiff die Welt erkunden wollen, gibt es in Deutschland am IST-Studieninstitut in Düsseldorf die Weiterbildung „Produktmanagement Kreuzfahrten“ (Dauer fünf Monate). Auf universitärer Ebene erweitert das MCI in Innsbruck das englischsprachige Studienprogramm. Ab Herbst 2022 wird das bestehende Bachelorstudium Unternehmensführung, Tourismus- und Freizeitwirtschaft auch als englischer Studienzweig geführt.

Information

Tourismusstudien und -ausbildungen Auswahl einiger Anbieter:

► Fachhochschule IMC Krems,
www.fh-krems.ac.at

► Fachhochschule MCI, Innsbruck, www.mci.edu

► Tourismusschule Modul der WK Wien, www.modul.at

► Tourismusschulen Salzburg in Klessheim, www.klessheim.at

► IST-Studieninstitut in Düsseldorf, www.ist.de