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Im März 1938 begann der Terror gegen die jüdische Bevölkerung in Österreich. Die Republik besann sich spät ihrer Verantwortung.
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Nationalsozialismus

Verspätete Wiedergutmachung für NS-Opfer

Eines der wichtigsten moralischen Projekte der Zweiten Republik wurde jetzt abgeschlossen: der Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus.

Man kann es den österreichischen Medien nicht verübeln, dass sie angesichts der Kumulation von Krisen die Meldung wenig berücksichtigt haben. Sie kam am 26. April, und es ging um die endgültige Auflösung des Entschädigungsfonds für Opfer des Nationalsozialismus. 25.000 Personen waren seit der Einrichtung des Fonds vor 21 Jahren begünstigt worden, 215 Millionen US-Dollar betrug die ausgezahlte Summe. Damit ist eines der größten Projekte der Zweiten Republik zur teilweisen Restitution von Vermögensraub abgeschlossen.

Das ist mehr, als sich durch eine nüchterne Präsentation von Zahlen darstellen lässt: Es geht hier um das Thema der moralischen Verantwortung eines Landes für das, was den Opfern in Österreich angetan worden ist, es geht um die Anerkennung, dass sie beraubt und ausgeplündert worden sind, es geht bei diesem Thema um das „historische Selbstverständnis unseres Landes“, wie die langjährige Generalsekretärin des Fonds, Hannah Lessing, in ihrem Statement am Ende ihrer Arbeit formulierte.