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Uiguren

"Ich wurde zwangssterilisiert"

Zwei Polizisten patrouillieren in der Nähe einer Moschee in Kashgar in der Provinz Xinjiang während des Fastenmonats Ramadan
Zwei Polizisten patrouillieren in der Nähe einer Moschee in Kashgar in der Provinz Xinjiang während des Fastenmonats Ramadan(c) AFP via Getty Images (JOHANNES EISELE)
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Die Uigurin Zumret Dawut hat ein Umerziehungslager in der Region Xinjiang überlebt. Sie berichtet von Gewalt, Indoktrinierung, täglichen Schikanen und der totalen Kontrolle.

Sie kamen im März 2018 ins Umerziehungslager Ürümqi in der chinesischen Provinz Xinjiang. Ein Jahr zuvor war publik geworden, dass China solche Camps in großem Stil führt. Als Sie festgenommen wurden – was war in Ihrer Umgebung bereits bekannt?

Zumret Davut: Wir wussten Bescheid, es begann alles 2016. Die Regierung nannte die Camps „Ausbildungslager“. Fünf Mitglieder einer mir bekannten Familie wurden früh weggebracht, aber dann hieß es, sie seien verstorben wegen Herzproblemen oder Nierenversagen. Manche Körper kamen nie zurück. Bei der Beerdigung des Bruders meiner Freundin durfte die Familie nur das Gesicht sehen, der Rest des Körpers war abgedeckt.

Aus den Camps drang natürlich auch nichts nach außen?

Nein, weil es wurde kaum jemand freigelassen. Wenn jemand im Gefängnis ist, dann kann diese Person Besuch empfangen. Für die Camps gilt das nicht. Ich war 62 Tage im Lager, während dieser Zeit hatte meine Familie keine Ahnung, wo ich war. Dabei befindet sich das Camp nicht weit weg von uns, es war ein ehemaliger Kindergarten und eine Volksschule.

Zumret Dawut
Zumret Dawutprivat

Wie kamen Sie in die Fänge der chinesischen Behörden?