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Ingvild und Michael Fischer sind je 135 Zentimeter groß. 1997 gründeten sie den Bundesverband kleinwüchsige Menschen und ihre Familien (BKMF). In allen Bundesländern gibt es regionale Beratungsstellen.
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Kleinwüchsigkeit

Kleinwüchsigkeit: Mit 135 Zentimetern auf Augenhöhe

Knapp über einen Meter hoch, kurze Arme und Beine: Drei Prozent der Menschen gelten als kleinwüchsig – ein Wort, das ihnen selten Hilfe, dafür oft Häme beschert. Auch Prominenten wie Peter Dinklage und Mathias Mester.

Die meisten Eltern sind sehr besorgt, wenn sie erfahren, dass ihr Kind kleinwüchsig wird – und sehen sich mit vielen Fragen konfrontiert“, sagt Ingvild Fischer. Vielfach würden die Embryos wegen der Wachstumsstörung abgetrieben, oft kurz vor dem nahenden Geburtstermin. „Die Leute befürchten, das Leben ihrer Babys könnte nicht lebenswert sein – und irren sich“, sagt Fischer, die selbst kleinwüchsig ist. Und die damit verbundenen Mühen kennt.

Immerhin hätten nicht nur Autopedale, Tische, Bankschalter oder Liftknöpfe standardisierte Höhen, die zu erreichen oft nicht leichtfalle. „Sich auf einen Sessel zu setzen ist eine körperliche Herausforderung, worauf Normalwüchsige keine Gedanken verschwenden“, sagt die 54-Jährige. Gleiches gilt bei der Kleidung: „Strumpfhosen, Sakkos, Hemden – entweder man kauft teure Maßanfertigungen oder den Pulli mit Comic-Aufdruck aus der Kinderabteilung“ – sofern er passt: „Auch Kindermode folgt Normen, die Arm- und Beinlänge Kleinwüchsiger nicht.“


Definition versus Diagnose. Und dann sind da noch die Witze, die Verwunderung und Ablehnung, die vielen, die besonders klein sind, immer wieder begegnen. Worte wie „Zwerg“ oder „Liliputaner“ höre man noch heute. „Und man lernt, angestarrt zu werden“, sagt Fischer. Dennoch komme einem, „vor allem als Teenager, zuweilen der Gedanke: Warum musste es mich treffen?“, erzählt sie, die wie ihr Mann, Michael, 135 Zentimeter misst. Anders als der Rest der Familie: „Eltern, Großeltern, Geschwister – allesamt sind bei uns normalwüchsig.“ Warum nicht auch die beiden?