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Krems

Donaufestival: Asiatische Sauce auf nackter Haut

"More adrenaline!" Jehnny Beth gegeisterte bei Donaufestival im Stadtsaal Krems.(c) David Visnjic
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„Stealing The Stolen“: Das Donaufestival in Krems näherte sich auch am zweiten Wochenende seinem heurigen Thema – kulturelle Aneignung – auf vielfältige und gewitzte Weise.

Nackte Frauen, die sich rote Flüssigkeiten auf den Körper streichen: Ja, so stellt sich der naive Spießer eine Performance vor. Und so sollte es dem Donaufestival-Berichterstatter wohl zu denken geben, dass er bei beiden seiner Besuche bei der sechsstündigen Performance „Fire Walk With Me“ – in der es laut anderen Augenzeugen viel Geheimnisvolles, meist ohne Körperbemalung, zu sehen gab – just solche Szenen sah. Szenen, die mit kindlicher Lust spielten, aber auch mit Ekel vor dem Unbekannten. Denn man weiß ja nicht, ob die rote Flüssigkeit Blut oder Ketchup oder etwas ganz Fremdes ist . . .

Dezidiert mit solchem Ekel spielte eine andere Performance: „We All Eat Dirt“, eine Kochshow der Gruppe Mai Ling, benannt nach einem legendären Sketch mit Gerhard Polt als Herr Grundwürmer, der sich die Asiatin Mai Ling als Ehefrau „importiert“ hat und über sie u. a. sagt: „Sie schmutzt nicht, wie der Asiate an und für sich überhaupt nicht schmutzt.“ Aber auch von kulinarischen „Anpassungsschwierigkeiten“ erzählt: „Ich vertrag ja das Chinesische net aso.“ Als der böse Sketch neu war, 1979, war es nicht nur in Bayern salonfähig, eine Abneigung gegen asiatische Küche zu gestehen, nach dem Motto: Wer weiß, was die da hineintun. Diese Skepsis ist längst verschwunden, auch tendenziell Xenophobe essen gern chinesisch oder gleich panasiatisch.

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