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Analyse

Die Mammutaufgabe des Jerome Powell

Jerome Powell, Chef der US-Notenbank Fed, hat einen kommunikativen Geniestreich hingelegt.
Jerome Powell, Chef der US-Notenbank Fed, hat einen kommunikativen Geniestreich hingelegt.APA/AFP/GETTY IMAGES/Samuel Coru
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Bislang zieht der Fed-Chef die Zinserhöhungen makellos durch – mit einer speziellen Taktik. Wenn der Notenbank eine „weiche Landung“ gelingt, könnte für manche Anleger die Zeit zum Kaufen gekommen sein.

New York. Das Treffen der US-Notenbank Fed von vergangener Woche zeigte einmal mehr, dass der Status quo die Börsianer kaum interessiert. Es geht stets um die Zukunft. Der Zinsschritt um 0,5 Prozentpunkte war längst eingepreist. Erst als Fed-Chef Jerome Powell erläuterte, dass eine künftige Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte nicht zur Debatte stehe, brach unter Investoren Jubel aus. Der sich allerdings gleich am nächsten Tag in einen veritablen Kater verwandelte, als die Sorge vor mehreren halbprozentigen Zinsschritten bis Jahresende wieder Überhand nahm.

Die extremen Schwankungen von vergangener Woche zeigen den delikaten Pfad, den Powell beschreiten muss. Er würde das so niemals sagen, doch der Fed-Chef spielt bewusst mit den Erwartungen der Märkte. Investoren waren im Vorfeld von einem nächsten 0,75-prozentigen Schritt im Juni ausgegangen. Powell wusste das natürlich ganz genau, trotzdem ließ er die Erwartungen im Raum stehen. Während der Pressekonferenz überbrachte er dann die für Börsianer gute Nachricht eines langsameren Tempos, und die Kurse stiegen. Schließlich sind steigende Zinsen laut Lehrbuch schlecht für Aktien, weil die Gefahr einer Rezession steigt und andere Anlageformen attraktiver werden.