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Analyse

Ein Remis in Wien reicht nicht für Europa

FUSSBALL: ADMIRAL BUNDESLIGA: FK AUSTRIA WIEN - SK RAPID WIEN
APA/HANS PUNZ
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Rapid hat es mit dem 1:1 verabsäumt, den dritten Platz und das Europacup-Ticket besser abzusichern. Austria träumt noch. Und Altach braucht im Abstiegskampf ein Wunder.

Ganz ohne Drama geht es offenbar in einem Wiener Derby niet. Auch in der 336. Auflage des Fußball-Klassikers brauchte man stärkere Nerven. Vor allem, es gab mit dem 1:1 erneut keinen Sieger. Die bisherigen drei Saisonduelle waren allesamt mit dem gleichen Ergebnis, alle mit 1:1, zu Ende gegangen. Rapid wartet seit 2019, also nunmehr drei Jahren, schon auf einen Auswärtssieg. Sieben Spiele sind es in Summe, in denen weder Violett noch Grünweiß als Derby-Sieger vom Platz gehen konnte.

Damit aber bleibt die Meisterschaft doch noch etwas spannend. Denn so ist das Rennen um den dritten Tabellenplatz zwei Runden vor Saisonende weiterhin offen. Der ist heuer so besonders begehrt – dank Fünfjahreswertung, Salzburgs Double und der Ukraine-Krise –, weil er gleichbedeutend ist mit einem Fixplatz in einer Gruppenphase (entweder Europa oder Conference League). Garantierte Millionen, welcher Fußballklub würde da nicht alles dafür tun?

Die Nerven hielten nicht

Nicht nur Rapid und Austria schielen auf den Geldsegen der Uefa, auch WAC ist trotz der 0:4-Abfuhr gegen Salzburg noch im Rennen. Wären Bernhard Zimmermann – der 20-Jährige schoss zwar das 1:0, sah für provokanten Torjubel allerdings Gelb, beging ein zu sinnlos-hartes Foul und sah Gelb-Rot (58.) – nicht die Nerven durchgegangen, SCR hätte eine noch bessere Ausgangsbasis gehabt. Bitter.

So kam Austria durch den Ausgleich (Ohio, 88.) zurück ins Spiel und in das Europacup-Rennen. Rapid muss nächsten Sonntag nach Salzburg und zum Saisonfinale ins Lavanttal. Austria muss nach Klagenfurt und empfängt Sturm zum Schluss – noch nie wäre ein Sieg im Wiener Derby wertvoller gewesen als jetzt.

Altacher Tristesse

Es gab auch schon lustigere Zeiten in Altachs Schnabelholzstadion. Der Ländle-Klub war einmal Liga-Dritter, spielte im Europacup. Die Schwarz-Weißen, sie zählen 781 Mitglieder, galten in der Bundesliga gar als Favoritenschreck. Doch vom Applaus und lokalen Glanz ist in der Gegenwart nichts übrig geblieben. Der Klub spielt eine wirklich miserable Saison, selbst Trainer-Wechsel brachten nichts – und nach dem 1:1 gegen Ried steht der Klub vor dem Abstieg.

Angesichts der fast aussichtslosen Lage bleibt Altach-Trainer Ludovic Magnin nichts anderes übrig, als auf ein „Wunder“ zu hoffen. Die gibt es, selten, aber doch. Was Magnin nicht gesagt respektive verschwiegen hat: zuletzt ergatterte man aus vier Spielen nur zwei Zähler. Und: 19 Tore in 30 Runden stellen der Offensive ein vernichtendes Zeugnis aus. Modus mit Tabellen-Trennung und Punkte-Halbierung hin oder her, wer keine Tore schießt und zu oft wichtige Punkte liegen lässt, darf sich am Schluss nicht wundern, wenn der Abstieg wartet.

Plan B für zweite Liga

In Vorarlberg wird, gezwungenermaßen, nebst dem Warten auf das „Wunder“ schon über den Gang in die zweite Liga nachgedacht. Alles andere wäre unseriös, auch der Planung wegen mit Spielern und Partnern. „Als Unternehmer musst du an einen Plan B denken, und an diesen Plan B denken wir auch“, bestätigt Altach-Präsident Peter Pfanner gegenüber Sky.

Schlaflose Nächte muss er trotzdem keine haben. Der Klub steht auf gesunden Beinen, ist schuldenfrei. Die Infrastruktur besteht, die Nachwuchsarbeit rollt. Ein gewaltiger Rückschlag wäre der Abstieg dennoch, Pfanner beziffert den zu erwartenden Verlust mit zwei bis drei Millionen Euro, die mit Schlusspfiff am 22. Mai fehlen würden.

(fin)
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