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Bundessieger Oberösterreich

Biohort hat sich umsatzmäßig in zwei Jahren verdoppelt

Josef Priglinger und sein Sohn Maximilian Priglinger sind gerade dabei, um rund 70 Millionen Euro ihr Familienunternehmen im Mühlviertel auszubauen – und nach der Europa-Marktführerschaft jetzt auch den US-Markt anzugehen.(c) Wieland, Biohort
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Biohort ist das beste Familienunternehmen von Österreich. Der Mühlviertler Hersteller von Metall-Gartengerätehäusern ist Marktführer in Europa.

Ich wollte immer schon mein eigener Chef sein“, betont Josef Priglinger. Der CEO der Biohort GmbH war nach dem Universitätsstudium viele Jahre international im Industrieanlagenbau weltweit unterwegs. 1997, Priglinger war seit drei Jahren wieder zurück in Österreich, da bot sich bei seinem damaligen Arbeitgeber, der keinen Nachfolger hatte, die Gelegenheit eines Management Buy-out.

Die Biohort GmbH war geboren. Ein Unternehmen, das Gartengerätehäuser, Garten- und Freizeitboxen, Geräteschränke und Pflanzbeete aus Metall herstellt. Mit einem Team von 15 Leuten und 1,2 Millionen Euro Umsatz sowie viel Enthusiasmus wurde begonnen: „Alle waren motiviert. Wir wollten aus Biohort etwas machen und haben den Glauben gehabt, dass man aus Metall schöne Stauraum-Lösungen produzieren kann, die langlebig sind und großen Nutzen stiften“, sagt Priglinger. „Das war unsere Vision.“

Die Rechnung ist aufgegangen. „Wir wachsen unaufhaltsam.“ Nach zehn Jahren im Geschäft lag der Jahresumsatz bereits bei rund elf Millionen Euro. Kein Jahr verging seither ohne zweistellige Umsatzzuwächse. Vor zehn Jahren, 2012, setzte Biohort mit bereits 120 Mitarbeitern 21 Millionen Euro um. Vor fünf Jahren, 2017, bilanzierte Biohort bereits 57 Millionen Euro Jahresumsatz bei 250 Beschäftigten. Mit dem Werksausbau wurde es rasant: Allein in den vergangenen zwei Jahren hat sich Biohort umsatzmäßig auf 148 Millionen Euro verdoppelt. Heuer sollen es laut Priglinger 200 Millionen Euro werden. „Wir beschäftigen jetzt über 600 Mitarbeiter.“

Mittlerweile ist mit Sohn Maximilian Priglinger auch die zweite Generation im Familienunternehmen federführend aktiv. Heute befindet sich an drei Produktionsstandorten mit insgesamt über 100.000 Quadratmeter Produktionsfläche eine der modernsten Blechverarbeitungsanlagen Österreichs. Alle drei Biohort-Werke sind untereinander in zehn Autominuten erreichbar. Das Stammwerk befindet sich am Firmensitz Neufelden. Werk 2 in der Nachbargemeinde Herzogsdorf wurde 2018 in Betrieb genommen. Das jüngste Werk 3, in St. Martin im Mühlkreis, das sich gerade im Endausbau befindet, wird so groß sein wie die ersten beiden Werke zusammen – mit einem 32 Meter hohen Hochregallager mit 24.000-Euro-Palettenplätzen. Die beiden Priglinger investieren rund 70 Millionen Euro. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir dieses organische Wachstum mit eigenen Mitteln zu 100 Prozent finanzieren können“, sagt der Juniorchef. Mit dem dritten Werk sollen heuer 200 weitere Arbeitsplätze entstehen.

„Wir investieren das Geld in der Region. Unsere drei Produktionsstandorte liegen innerhalb von zehn Autominuten.“

Josef Priglinger, CEO Biohort GmbH

Hoher Export

Biohort ist heute in 24 europäischen Ländern tätig, das Sortiment umfasst 23 Produkte. Die Exportquote beträgt 86 Prozent. Der größte Markt ist Deutschland. „Wir sind mittlerweile Marktführer in Europa“, freut sich Maximilian Priglinger, Das ist aber nicht genug. „Vergangenes Jahr haben wir auch die Fühler Richtung Übersee ausgestreckt.“

Biohort sei so erfolgreich, weil, wie schon angesprochen, das Familienunternehmen eine klare Vision habe, „dass man aus Stahlblech sehr schöne, langlebige Produkte produzieren kann, die der Kunde braucht“, sagt Josef Priglinger. „Und das Zweite ist: Wir haben hier in der Region Mühlviertel Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass die Produkte die entsprechende hohe Qualität bekommen.“

Staffelübergabe lang vorbereitet

Biohort-Chef Josef Priglinger bereitet seit fünf Jahren die Übergabe vor, „seitdem klar war, dass mein Sohn in der Firma bleiben möchte und diese übernehmen möchte. Und seitdem arbeite ich pro Jahr in der Woche einen Tag weniger“, erzählt der Senior. Also im ersten Jahr waren es vier Tage, dann drei Tage und aktuell ist es ein Tag pro Woche.

„Der Plan, dass mein Vater jedes Jahr einen Tag weniger ins Unternehmen kommt, der hat die vergangenen Jahre eigentlich sehr gut funktioniert“, sagt Maximilian Priglinger. Der Vater habe natürlich seine Hobbys auch „verschärft, dass ihm nicht langweilig wird, wann er dann zu Hause ist“. Und so sei der Junior guter Dinge, dass die Übergabe nächstes Jahr funktionieren wird. „Aber mir ist natürlich bewusst, dass das Unternehmen sein viertes Kind ist und dass mein Vater, was das Unternehmen und die Entwicklung anbelangt, immer up to date bleiben möchte“, sagt Maximilian Priglinger.

Der Vater hat für den Tag X klare Regelungen für sich getroffen: „Nächstes Jahr mit meinen 65. Geburtstag werde ich offiziell alles in die Hände meines Sohnes legen. Ich werde mein Büro räumen und nur mehr zur Verfügung stehen, wenn ich gefragt werde.“
Auch langfristig hat Josef Priglinger vorgesorgt. Das Familienunternehmen steht im Eigentum seiner Privatstiftung. Und im Zuge der Übergabeplanung habe man sich auch ein Regelwerk für Firma und Familie erarbeitet. „Mit meiner Schwester und meinem Bruder ist offen kommuniziert, wann wer wie ins Unternehmen kommen kann“, sagt Maximilian Priglinger. „Wir haben uns intensiv beraten lassen und einen guten Familienkodex entwickelt, der auch für die nächsten Generationen sehr viel Sicherheit und Stabilität bringen wird. Auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber.“

Biohort GmBH

Firmensitz: Neufelden (Oberösterreich)
Gründung: 1997
Eigentümerfamilie: Priglinger, befindet sich in der 2. Generation.
Umsatz 2021: 148 Millionen Euro
Beschäftigte: 600
Branche/Tätigkeit: Herstellung von Gerätehäusern, Boxen und Pflanzbeeten aus Metall für den Außenbereich