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Interview

"Die EZB steckt in der Zwickmühle"

(c) Walter Vorjohann
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Die Rohstoffpreise steigen, die Inflationsraten ebenso. Jan Viebig, Chief Investment Officer bei Oddo BHF, rechnet an den globalen Märkten mit kräftigen Umbrüchen.

Der Ausbruch des Ukraine-Kriegs löste einen Angebotsschock an den Rohstoffmärkten aus. Das heizt die Inflation an und dämpft zugleich das Wirtschaftswachstum in zahlreichen Regionen. Jan Viebig, Chief Investment Officer der Oddo BHF AG, hält sogar eine Stagflation für möglich, geht bei den Aktieninvestments vorsichtiger vor und räumt dem Schweizer Franken weiteres Potenzial ein.

Herr Viebig, der Ukraine-Krieg verschärft sich deutlich und belastet die globale Wirtschaft. Dabei hatte sich die Weltkonjunktur gerade von den Nachwehen der Pandemie erholt. Womit müssen wir rechnen?

Die Weltwirtschaft steht vor einem Paradigmenwechsel, die aktuelle Situation unterscheidet sich deutlich von jener während der Pandemie. Die Coronakrise und die damit einhergehenden Lockdowns führten 2020 zu einem Nachfrageeinbruch, weshalb auch die Inflationsrate rückläufig war. Der Ausbruch des Ukraine-Kriegs löste hingegen einen Angebotsschock an den Rohstoffmärkten aus, was die Inflation antreibt. Viele Notierungen, so etwa für Öl und Gas, sind aufgrund des Krieges stark gestiegen. Die Entwicklung trifft Europa aufgrund der hohen Abhängigkeit von Russland härter als die USA.