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Kunst

Obrist und Lassnig: der Superkurator und die Altmeisterin

Hans Ulrich Obrist, in der Szene auch HUO genannt, ist einer der international einflussreichsten Kuratoren. Der „Presse“ erzählte er, wie er mit 17 Maria Lassnig kennenlernte - gerade erschienen seine besten Gespräche mit ihr. Und was Wien fehlt, um in der zeitgenössischen Kunst eine Weltstadt zu sein.

Die Presse: Sie waren sehr jung, als sie Maria Lassnig kennenlernten und bis zu ihrem Tod 2014 jährlich mehrmals besuchten. Wie entstand diese Beziehung?

Hans Ulrich Obrist: Als ich 17 war, besuchte ich Rosemarie Trockel, damals Mitte 30. Wir sprachen über die späte Karriere von Louise Bourgeois. Da stellte mir Trockel eine Aufgabe: Ich solle doch von Stadt zu Stadt fahren und und fragen, wer denn dort die vergessene Bourgeois sei. Irgendwann landete ich dann in Wien, in der „Riva Fabrik“, wo damals junge Künstler wie Erwin Wurm und Alois Mosbacher arbeiteten. Und als ich sie fragte, wer Wiens Bourgeois sei, wurde von allen Lassnig genannt. Also besuchte ich sie, beim ersten Mal noch ohne den berühmten Apfelstrudel aufgewartet zu bekommen. In den nächsten 30 Jahren wiederholten wir das jedes Jahr drei Mal. Manche Gespräche nahm ich auf, acht davon sind jetzt im Buch der Lassnig Stiftung abgedruckt.