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Arbeiterkammer

Wie AK-Chefin Anderl ihren Verbleib zum Medienspektakel machte

APA/TOBIAS STEINMAURER
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In einer „persönlichen Erklärung“ kündigte Renate Anderl nicht ihren Rückzug als AK-Präsidentin an, sondern ihre erneute Kandidatur.

War es ein PR-Spin? Oder ein nicht ganz gelungener Witz? Oder ein Wink in Richtung der erneuten Ministerrochaden? Politische Beobachter in Österreich wissen, dass die Ankündigung, „eine persönliche Erklärung“ abgeben zu wollen, ein Code für „Rücktritt“ ist. Am Dienstagnachmittag teilte die Arbeiterkammer (AK) mit, dass ihre Präsidentin, Renate Anderl, am Mittwochvormittag eine persönliche Erklärung abgeben werde. Sogleich brachen Spekulationen aus (an denen sich die „Presse“ übrigens nicht beteiligte), ob Anderl vor dem Rücktritt stehe.

Die mediale Aufmerksamkeit war ihr gewiss. Der Spannungsbogen aber riss umgehend. „Ich möchte klarstellen, dass mein heutiges Statement absolut nichts mit den Rücktritten der vergangenen Tage zu tun hat. Das ist ein Zufall“, sagte Anderl dann am Mittwochvormittag bei der Pressekonferenz. „Ein Rücktritt war kein Thema.“ Es sei schon länger geplant gewesen, dass sie ihren Entschluss an diesem Tag verkünden wolle.

Ab Jänner 2024 finden in allen Bundesländern Arbeiterkammerwahlen statt. Und sie habe sich nach vielen Diskussionen mit ihrer Familie entschlossen, „dass ich heute sagen möchte, dass ich 2024 wieder für die FSG (Fraktion Sozialdemokratischer GewerkschafterInnen, Anm.) in Wien antreten werde“, sagte die AK-Präsidentin. Die Zustimmung ihrer Fraktion habe sie bereits eingeholt. Im Anschluss an die Pressekonferenz war die Vollversammlung der Arbeiterkammer anberaumt. Die Ankündigung ist also auch als klares AK-internes Signal zu werten.