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Kunstlicht

„Pussy Riot“: Der Siegeszug des Aktivismus in der Kunst

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Die gestrickten, knallbunten Sturmhauben sind ihr Markenzeichen: "Pussy Riot" hier beim Protest in Sotschi 2014.(c) APA/EPA/ANATOLY MALTSEV (ANATOLY MALTSEV)
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Aktivistin Maria Aljochina konnte aus Russland fliehen, verkleidet als Essenslieferantin. Derzeit gibt es große Heldinnen und Helden in der Kunst. Aber es gibt – und darf es auch geben: Große Künstler, die keine Helden sein wollen.

Verkleidet als Essenslieferantin, den Schal ins Gesicht gezogen, den Wärmerucksack geschultert, konnte sie dem Hausarrest entkommen. Sie ließ ihr Telefon zurück, versuchte eine Woche lang, mit unvollständigen Papieren die Grenze von Belarus nach Litauen zu überqueren. Beim dritten Versuch gelang es. Mit Maria Aljochina konnte jetzt hoffentlich die letzte Vertreterin der bekanntesten russischen Aktivistinnengruppe, der „Pussy Riots“, fliehen.

Die Drangsalierung der Behörden war immer heftiger geworden, immer wieder waren die Mitglieder von „Pussy Riot“ im Vorjahr verhaftet worden, zuletzt wurden ihre Wohnungstüren mit dem Verräter-„Z“ beschmiert und Aljochina drohte man wieder das Straflager an. Und sie wusste, was das bedeutet, hatte sie doch wie zwei ihrer Mitstreiterinnen schon zwei Jahre in einem solchen verbracht, verurteilt 2012 wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“, nachdem die Künstler-Punkband in Moskaus Kathedrale das berühmte Punk-Gebet „gesprochen“ – eher geschrien und durchgeboxt – hatte: „Virgin Mary, Mother of God, chase Putin away! Virgin Mary, Mother of God, become a feminist!“