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Stornowelle

Alpenvereinshütten blicken auf durchwachsene Wintersaison zurück

APA
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Das Wetter und die unterdurchschnittliche Schneelage führten zu einer schwachen Auslastung. Vor allem aber kurzfristige Stornos machten den Hütten zu schaffen.

Die Hüttenwirte des Österreichischen Alpenvereins (ÖAV) haben zum Saisonende auf einen "durchwachsenen" Winter zurückgeblickt. Vor allem die Auslastung im Frühjahr war aufgrund der unterdurchschnittlichen Schneelage und des Wetters nicht optimal. Zudem habe man gemerkt, dass viele noch "sehr zurückhaltend agierten, was Reisen und Urlaube angeht", sagte ÖAV-Vizepräsidentin Doris Hallama. Für den Sommer zeigte man sich aber optimistisch.

"Wir hatten im ganzen April genau ein schönes Wochenende zum Tourengehen", verdeutlichte Siegfried Karl von der Kürsinger Hütte am Großvenediger die Problematik. Doch die Aussichten versprechen eine Besserung: "Die Buchungslage für den Sommer ist schon jetzt erfreulich, wir erwarten eine gute Saison", sagte Markus Jankowitsch von der Tilisunahütte im Vorarlberger Montafon.

Was den Hüttenwirten aber zunehmend zu schaffen macht, sind kurzfristige Stornierungen. "Es ist mittlerweile zu einer Unart geworden, auf Schönwetter-Verdacht zu reservieren und dann kurzfristig wieder abzusagen. Sobald eine Wolke am Himmel erscheint, bricht die große Stornowelle herein", klagte Jankowitsch. Rund 400 Stornos pro Sommersaison verzeichnet die Tilisunahütte mittlerweile: "Das sind vier volle Belegstage, die uns ausfallen. Da ist das Stornogeld nur ein Tropfen auf den heißen Stein", meinte er.

200 Hütten bieten Online-Reservierung

Um Reservierungen einfacher zu machen, wenden mittlerweile rund 200 Hütten in Österreich und Südtirol ein Online-Reservierungssystem an. Zudem können Wanderer ab heuer über den sogenannten "digitalen Bettencheck" eine mehrtägige Tour oder eine Weitwanderung über mehrere Hütten hinweg planen und Verfügbarkeiten abrufen.

Die vergangenen zwei Jahre, die von der Corona-Pandemie intensiv geprägt waren, bezeichnete der ÖAV als "herausfordernd". Zu Beginn der Pandemie erfolgte nämlich ein "regelrechter Ansturm auf die Bergwelt mitsamt ihren Hütten", hieß es. Gleichzeitig musste man mit sich laufend ändernden Corona-Bestimmungen umgehen. Mittlerweile wurden die Maßnahmen in den Hütten abgeschafft, ein eigener Hüttenschlafsack muss jedoch weiterhin aus hygienischen Gründen mitgebracht werden, so der ÖAV. Obwohl die Schlafplatz-Reservierungspflicht ebenfalls gestrichen wurde, wird eine Reservierung aus Platzgründen dringend empfohlen.

(APA)