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Energie

Verbund: Riesengewinn, Aktie stürzt dennoch brutal ab

++ ARCHIVBILD ++ VERBUND-VIZE STRUGL FOLGT ANZENGRUBER ANFANG 2021 ALS NEUER CEO
Verbund-Chef Strugl präsentierte einen Gewinnsprung und steckt trotzdem in der Bredouille.APA/HANS PUNZ
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Der Verbund verdreifacht seinen Nettogewinn dank hoher Strompreise – und steht dennoch mit dem Rücken zur Wand. Der Aktienkurs stürzte vorübergehend um mehr als zehn Prozent ab.

Wer heute selbst erzeugten Strom verkaufen kann, der hat die Lizenz zum Gelddrucken. Dieser Gedanke drängt sich zumindest auf, wenn man einen kurzen Blick in die eben veröffentlichten Quartalszahlen des Verbund wirft: In den ersten drei Monaten des Jahres hat der teilstaatliche Wasserkraftkonzern sein Konzernergebnis auf 514,5 Millionen Euro verdreieinhalbfacht. Unterm Strich konnte das Unternehmen also an jedem Tag knapp sechs Millionen Euro Nettogewinn für sich verbuchen.

Doch während die meisten Manager zu Normalzeiten über ein solches Ergebnis laut jubeln würden, ist die Sache Verbund-Chef Michael Strugl fast schon unangenehm. Denn der plötzliche Gewinnsprung ist dem Unternehmen mehr oder weniger in den Schoss gefallen: Es sind die stark gestiegenen Großhandelspreise für Strom, Gas und CO2-Zertifikate, die den Verbund plötzlich reich machen. Aber diese „Zufallsgewinne“ stellen das Unternehmen eben auch gefährlich in die Auslage.

„Zufallsgewinne bei Unternehmen mit staatlicher Beteiligung gehören dem Volk und nicht den Unternehmen alleine“, sagte bekanntlich Kanzler Karl Nehammer (ÖVP) vergangene Woche im Interview mit der „Tiroler Tageszeitung“ und löste damit einen veritablen Kurssturz bei Verbund und EVN aus, den beiden börsenotierten Stromkonzernen in öffentlicher Hand.