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Gastkommentar

Putins totalitäre Herrschaft und ihre Ursprünge

Peter Kufner
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Putins Haltung zu Geheimdiensten hat sich immer wieder verändert. Sie waren aber stets das stärkste Mittel seiner Macht.

DIE AUTORIN

Nina L. Chruschtschowa (*1964) studierte an der Moskauer Staatsuniversität und in Princeton. Sie ist Enkelin des früheren Sowjetführers Nikita Chruschtschow. Derzeit ist sie Professorin an der New School. Zuletzt erschien mit Jeffrey Tayler „In Putin's Footsteps: Searching for the Soul of an Empire Across Russia's Eleven Time Zones“ (2019).

Ende 1999, als der kranke Boris Jelzin unter den Offizieren der Geheimdienste nach einem Nachfolger suchte, machte in Russland ein düsterer Witz die Runde. „Warum sind Kommunisten besser als der KGB“, war der Aufhänger. „Weil der Kommunist dir auf die Finger haut, aber der KGB dir den Kopf abschlägt.“ Eigentlich war es mehr Warnung als Witz. Leider haben das die meisten Russen nicht verstanden.

Im selben Jahr war Wladimir Putin, ein KGB-Mann, der inzwischen dessen Nachfolgeorganisation FSB leitete, zum Ministerpräsidenten ernannt worden. Kurz nach seiner Ernennung witzelte er angeblich mit seinen ehemaligen Kollegen vom FSB, „die Infiltration der höchsten Regierungsebene ist geglückt“. Auch da hätten schon die Alarmglocken läuten müssen – nicht zuletzt, weil Putin lang ein Bewunderer von Juri Andropow war, dem ehemaligen KGB-Chef, der die Sowjetunion für zwei lange Jahre mit eiserner Faust regiert hatte.